Stilllegung von Tiermehlfabriken soll 25 Millionen DM kosten
Simonis sieht Deutschland vor BSE-Problemberg

ddp BERLIN. Wegen der BSE-Krise sieht Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) Deutschland vor einem Problemberg. Allein die Stilllegung der Tiermehlfabriken in ihrem Bundesland werde 25 Mill. DM kosten, sagte sie am Montag vor einer SPD-Präsidiumssitzung in Berlin. Zudem müssten die Herden, in denen Fälle der Rinderseuche festgestellt würden, umgehend geschlachtet werden. Schon allein aus Tierschutzgründen müsse deshalb über neue Schlachtmethoden nachgedacht werden. Angesichts der drohenden Vernichtung ganzer Herden seien Hilfen für die betroffenen Landwirte nötig.

Tiermehl im Hofbestand darf verfüttert werden

Simonis bestätigte, dass das auf den Höfen vorhandene Tiermehl in den nächsten 14 Tagen noch verfüttert werden darf. Andernfalls müssten die Tiere verhungern. Dies könne niemand wollen. Zugleich steht nach Angaben der Ministerpräsidentin die Aufgabe, schnellstens Tonnen von Soja und Raps auf dem Markt zu organisieren. Diese Umstellung werde sich auf die Preise durchschlagen. Der Verbraucher müsse sich dann fragen, ob er diesen Preis zahlen wolle.

Die Ministerpräsidentin lehnte jede Schuldzuweisung wegen der langen BSE-Sorglosigkeit in Deutschland ab. Wer auf die Bremse getreten habe, wisse sie nicht. Alle seien in Deutschland lange Zeit zufrieden gewesen, dass BSE nur die Engländer getroffen habe, sagte Simonis. Zugleich erinnerte sie jedoch daran, dass aus Schleswig-Holstein schon vor Jahren mahnende Stimmen hinsichtlich der Tiermehlverfütterung kamen, die jedoch abgetan worden seien.

Gesamte Massentierhaltung gehöre überprüft

Für ein generelles Umsteuern in der Haltung der Tiere plädierte Hamburgs Bürgermeister Ortwin Runde (SPD). Die gesamte Massentierhaltung und industrielle Produktion müssten auf den Prüfstand, verlangte Runde. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reinhard Höppner (SPD) unterstützte das Verfütterungsverbot für Tiermehl, warnte jedoch vor weiter gehenden hektischen Überreaktionen.

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