Archiv
Stillstand im Fernsehkabel

Seit die Deutsche Telekom im Januar sechs regionale Kabel-TV- Gesellschaften an eine Investorengruppe verkauft hat, ist es auf dem Markt ruhig geworden. Die neuen Eigentümer halten sich mit Investitionen zur Digitalisierung der Netze ebenso zurück wie die Käufer, die zuvor in drei anderen Bundesländern die Kabelnetze erworben hatten.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das richtig. Die neuen Eigentümer der so genannten Kabelnetzebene 3 können ihr Netz nur modernisieren, wenn auch die mehr als 1000 Unternehmen, die auf der Netzebene 4 die Rundfunkangebote in die Haushalte verteilen, in den Ausbau investieren. Doch das können oder wollen viele dieser Unternehmen nicht. Noch weniger Interesse an der Digitalisierung haben die großen Fernsehsender. Sie haben Angst vor neuer Konkurrenz. Deshalb bremsen sie zum Beispiel Standards für Settop-Boxen für den digitalen Kabelempfang.

Darum muss die Medienpolitik fünf Probleme lösen. Erstens muss sie Fusionen von Betreibern der Netzebenen 3 und 4 ermöglichen. Zweitens ist dafür zu sorgen, dass Inhaber von TV- Rechten nicht zweifach für eine analoge und digitale Verbreitung kassieren. Drittens müssen Betreiber digitalisierter Kabelnetze mehr Spielraum für Entscheidungen über Inhalte bekommen. Viertens muss die ARD die Zahl ihrer Sparten- und Lokalprogramme senken. Und fünftens brauchen wir einen Mindeststandard für preiswerte Settop-Boxen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%