Stimme aus Düsseldorf
Höhere Zinsen bergen Gefahr

Die US-Notenbank lässt derzeit kaum einen Zweifel an ihrem Willen zur Verschärfung der Geldpolitik erkennen. Nun stellt sich die Frage, bei welchem Zinssatz ein neutrales Niveau erreicht ist.

Folgt man der Daumenregel, nach der die Fed Funds in Phasen normaler wirtschaftlicher Aktivität nahe dem nominalen Wachstum liegen sollten, müsste der Leitzins auf sechsProzent steigen; ein Niveau, das angesichts der hohen Abhängigkeit der Volkswirtschaft von niedrigen Zinsen für erhebliche Verwerfungen sorgen dürfte.

Nach unserer Meinung dürfte die US-Notenbank lediglich noch zwei, maximal drei Zinsschritte um 25 Basispunkte auf vier bis 4,25 Prozent beschließen. Damit wäre der jüngste Zinserhöhungszyklus sowohl in seiner Länge (ca. eineinhalb Jahre) als auch in seinem Ausmaß (rund drei Prozent) vergleichbar mit früheren Erhöhungsphasen.

In der Vergangenheit blieben solche Verschärfungen aber nicht ohne Konsequenzen: Die US-Rezession 1990, die Mexiko-Krise 1994, Verwerfungen in Asien und Russland sowie beim Hedge-Fonds LTCM 1997/98 oder die Aktienbaisse 2001 sind zumindest teilweise auf Zinserhöhungen zurückzuführen. Als potenzieller Risikoherd sticht derzeit der US-Immobilienmarkt hervor, der klare Anzeichen einer spekulativen Blase aufweist. Kommt es dort zu einer Korrektur, droht eine tiefe Konjunkturdelle, welche die Fed im kommenden Jahr wieder zu Zinssenkungen zwingen dürfte.

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