Stimme aus Frankfurt
Entkoppelung aus der USA

Nun also doch? Die Europäische Zentralbank hat „starke“ Wachsamkeit gegenüber kommenden Inflationsgefahren ausgerufen. In den Frühindikatoren deutet sich nun an, was bislang zur Anhebung des Leitzinses noch fehlte: eine stärkere Konjunkturdynamik für das dritte und vierte Quartal.

Alle weiteren Zutaten sind schon im Inflationstopf: starkes Geldmengenwachstum sowie ein Erstrunden-Inflationsimpuls durch steigende Einfuhrpreise. Obwohl in Euroland im Gegensatz zu den USA die Inflationssorgen nicht wirklich bedrückend sind, könnte die EZB bereits früher als bislang erwartet die Leitzinsen erhöhen. Kräftige Erhöhungen stehen uns aber nicht ins Haus, insbesondere weil die Gefahr von Zweitrundeneffekten durch Lohnsteigerungen in Euroland weiterhin gering bleibt. Trotzdem wird die EZB versuchen, sich noch einiges Pulver trocken zu halten für den Fall, dass die Konjunkturumstände auch einmal wieder nach einer expansiven Geldpolitik verlangen. Die EZB folgt damit scheinbar dem Kurs, den die Fed zu Beginn dieses Jahres eingeschlagen hat. Trotzdem stellt sich die Lage in den beiden Währungsgebieten recht unterschiedlich dar. Die stärkere Konjunktur- und Inflationsdynamik in den USA führt mehr und mehr zu einer Abkoppelung beider Kapitalmärkte.

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