Stimme aus Frankfurt
Märkte sind unbeeindruckt

Die Einigung der deutschen Großparteien auf einen Koalitionsvertrag hat an den Finanzmärkten keine Reaktionen hervorgerufen. Die Aktienmärkte stehen derzeit im Bann der starken Weltkonjunktur, die deutsche Volkswirtschaft stellt da eine zu vernachlässigende Größe dar. Das wird auch im kommenden Jahr so bleiben: Je intensiver ein Unternehmen an die Weltmärkte angebunden ist, desto stärker kann man auf eine gedeihliche Entwicklung des Börsenkurses setzen.

An den Zinsmärkten sollte das vereinbarte wirtschaftspolitische Koalitionsprogramm die Ängste vor einem allzu starken Zinsanstieg eher dämpfen. Die eher schwache Perspektive für die Binnennachfrage in Deutschland hat sich mit der Aussicht auf Steuererhöhungen nicht gerade verbessert. So wenig Erfahrung man mit einer derart lange im Voraus angekündigten Mehrwertsteuererhöhung hat, eine eventuelle Steigerung der Konsumnachfrage in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres resultiert ausschließlich aus Vorzieheffekten und wird 2007 in ihr Gegenteil umschlagen.

Unangenehm für die Europäische Zentralbank sind die hierdurch ausgelösten Inflationsimpulse, die sich in der Kernrate mit einem Anstieg um einen knappen halben Prozentpunkt bemerkbar machen dürften. Trotzdem dürfte die Notenbank darauf nicht mit mehr als den sich abzeichnenden zwei Zinsschritten reagieren, um die Entwicklung der Binnennachfrage nicht noch weiter zu belasten.

Gemessen an der Reaktion der Finanzmärkte, ist das Wirtschaftsprogramm der neuen Regierung aber insgesamt als wenig bedeutsam anzusehen: Weiterhin herrscht bei niedrigen Zinsen Skepsis gegenüber dem Standort Deutschland vor, die sich bei steigenden Börsenkursen jedoch nicht auf die vielen deutschen Unternehmen überträgt, die erfolgreich an den Weltmärkten agieren.

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