Stimme aus Frankfurt
Reparatur der Hauspreise

Notenbankpräsident Alan Greenspan warnt: Die Wohnimmobilien in den USA seien überbewertet, und ein Rückgang der Hauspreise könne die Konjunktur empfindlich treffen. Hohe Liquidität und niedrige Zinsen erzeugten ein Klima, in dem Vermögenspreisblasen gedeihen konnten. Aber dies ist nicht der einzige Grund. Sonst wäre kaum zu erklären, dass in einem einheitlichen Währungsraum mit einheitlichem Zinssatz Überbewertungen wie in den Niederlanden und Unterbewertungen wie in Deutschland vorkommen.

Andere lokale Faktoren wie die allgemeine Preisentwicklung, Einkommenssteigerungen oder demographische Entwicklungen erklären, warum Wohnimmobilien immer teurer werden. Gerade in den USA erklären diese Faktoren einen wesentlichen Teil der Preissteigerungen, die in den letzten zehn Jahren immerhin etwa 90 Prozent betragen haben. Panik ist also fehl am Platz. Gleichwohl ist Greenspans Warnung berechtigt. Bislang konnten aus der Entwicklung der Hauspreise in Verbindung mit niedrigen Zinssätzen Konsumsteigerungen finanziert werden. Schon stagnierende Immobilienpreise würden den Konsum und so den Aufschwung hemmen.

Dies kann den Zentralbanken nicht gleichgültig sein. Dabei müssen sie sich in doppelter Hinsicht angesprochen fühlen: als Mitverursacher und als Reparaturdienst. Zwar wird die Fed mit ihren Zinssteigerungen fortfahren, sofern es nicht weitere Schocks von den Rohölmärkten gibt. Aber das Ende der Zinsstraffung ist abzusehen. Ulrich Kater Chefvolkswirt Deka Bank Frankfurt

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