Stimme aus London
Gefühlte Inflation

Das verarbeitende Gewerbe scheint weltweit wieder aufzuleben. Damit dürfte die Besorgnis über eine steigende Inflation auf den Rentenmärkten in diesem Quartal zunehmen.

LONDON. Das Vertrauen der Unternehmer in Amerika, Europa und Asien erholt sich zudem. Es wird gestützt von Anzeichen, dass der Abbau der Lagerbestände vorbei ist, dass sich die Importnachfrage aus China wieder verstärkt und dass die Rohölpreise im Vergleich stabiler geworden sind. Die Auswirkungen der höheren Ölpreise auf die globale Wirtschaft hängen davon ab, ob die Erdöl fördernden Länder ihre Importe steigern. Da es sich bei einem der beiden großen Ölexporteure um Russland handelt, erscheint es als sehr wahrscheinlich, dass die Einfuhren des Landes sich mit der Zeit stark erhöhen werden. Davon dürfte Europa, und besonders Deutschland, profitieren.

Trotzdem können die Ölpreise immer noch das Vertrauen der Industrie unterminieren. Das Risiko, dass der Ölpreis in den kommenden zwölf Monaten erneut Spitzenwerte erreichen könnte, hat sich spürbar erhöht, seitdem der globale Wirtschaftszyklus wieder in eine Phase des Aufschwungs eingetreten ist. Ein weiterer Faktor, der den weltweiten Ölpreisen eine stärkere grundlegende Stütze bietet, ist der Beginn der Währungsanpassung in Asien.

Die US-Notenbank Federal Reserve wird sich vermutlich fortgesetztem Inflationsdruck ausgesetzt sehen und die Leitzinsen wohl mindestens bis zum Jahresende weiter stetig anheben.

Der Autor ist Europa-Chefvolkswirt bei Barclays Capital.

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