Stimme aus London
Positives Szenario für europä#ische Aktien

Trotz der jüngsten Turbulenzen an den Börsen sind die Aussichten für europäische Aktien weiter gut. Eine Reihe von Gründen stützen unser positives Szenario.

LONDON. Auf der einen Seite sind wir mit Blick auf die Unternehmensgewinne optimistisch und erwarten im nächsten Jahr in Europa ein Wachstum von zehn Prozent, was ca. 2,5 Prozent über dem Konsens liegt. Die aktuelle Berichtssaison gibt uns bislang keinen Grund zur Sorge. Obwohl einzelne Unternehmen enttäuscht haben, lag die Mehrheit der Berichte doch im Rahmen der Erwartungen oder darüber.

Auf der anderen Seite treiben den Markt Inflationssorgen um. Grundsätzlich bedeutet Inflation zunächst bessere Gewinne für den Unternehmenssektor, da Margen ausgeweitet werden können.

Die Sorge vor einer Inflation betrifft aber klassischerweise nicht die Gewinne, sondern die Bewertung. Steigende Inflation führt längerfristig zu höheren Renditen bei Anleihen, was eine Abwertung von Aktien zur Folge haben kann. Dies ist die Sorge des Aktienmarktes. Man kann dagegen zwei Argumente anführen: Zum einen haben Aktien bereits in Antizipation höherer Zinsen und Inflation eine gewisse Abwertung hinter sich – ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von zwölf ist anders nicht zu begründen. Zum anderen sind die Sorgen um höhere Zinsen und Inflation auf die USA konzentriert, weniger auf Europa. Wir erwarten eine weitere Abwertung von US-Aktien relativ zu europäischen Aktien. Für Europa sehen wir deutliches Potenzial nach oben und halten ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 bis 14 für angebracht.

Der Autor ist Chef-Stratege von ABN Amro in London.

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