Stimme aus New York
„Katrina“ und die Folgen

Die unerhörte Wucht des Hurrikans „Katrina“ hat neue Unwägbarkeiten für die Akteure der Finanzmärkte geschaffen. Diese Bedenken stehen natürlich hinter dem Tod und dem Leiden zurück, das der Sturm verursacht hat. Gleichwohl fällt es auf, dass die Marktreaktionen bislang verhalten sind – eine typische Reaktion für Ereignisse dieser Natur.

Seitdem der Sturm hereingebrochen ist, steigt der Aktienmarkt, und die Anleihenrenditen notieren kaum verändert. Da ist die Frage berechtigt, ob die Investoren zu selbstgefällig sind. Die größte allgemeine Bedrohung war das Risiko von Energie-Engpässen. In diesem Fall sind allerdings Ausfälle ausgeblieben. Ob die US-Notenbank (Fed) auf ihrer Sitzung am 20. September den Leitzins anhebt oder nicht – die geldpolitische Stellungnahme nach dem Treffen wird wahrscheinlich signalisieren, dass die künftigen Schritte von den Konjunkturdaten abhängen. Und dies wird die Erwartungen schüren, dass es zumindest eine kurze Zinspause gibt.

Die Analysten erwarten fast einmütig, dass die US-Kerninflation in den kommenden Monaten deutlich anziehen wird. Im Gegensatz dazu legen die Notierungen an den Finanzmärkten nahe, dass die Investoren von einem weiterhin langsamen Preisanstieg ausgehen. Bislang haben die Investoren – und auch die Notenbanker – unter Beweis gestellt, dass sie ein besseres Gespür für Inflationsrisiken haben als der Analysten-Konsensus.

John Lipsky ist Vice Chairman bei JP Morgan Securities.

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