STIMME AUS NEW YORK
Keine klare Botschaft

Sowohl die US-Notenbank (Fed) als auch die amerikanischen Konjunkturdaten hielten zuletzt bemerkenswerte Botschaften bereit. Leider stimmten sie nicht überein. Die Fed-Vertreter betonten ihre Besorgnis über die Inflationsrisiken. Doch den Konjunkturdaten war kein steigender Inflationsdruck zu entnehmen.

Besonders der Arbeitsmarktbericht für Oktober wies einen nur moderaten Stellenzuwachs aus. Dagegen zeigten die Produktivitätszahlen eine kräftige Zunahme und fallende Lohnstückkosten. So günstige Tendenzen am Arbeitsmarkt untergraben die Behauptungen, die Teuerungsrisiken nähmen zu, denn sie erschweren die Schlussfolgerung, die Wirtschaft nähere sich der Vollbeschäftigung.

Ein Grund für die Kursausschläge an den Finanzmärkten muss darin zu finden sein, dass es für Investoren schwierig ist, anti-inflationäre Phrasen der Währungshüter mit den Konjunkturdaten in Einklang zu bringen. Die Notenbanker ihrerseits signalisieren, dass sie bereit sind, die Zinsen aggressiv zu erhöhen, um den Inflationsdruck einzudämmen, selbst auf die Gefahr hin, das Wachstum zu unterminieren. Mit dieser Botschaft hoffen sie, die Inflationserwartungen kontrollieren zu können. Tatsächlich aber bleiben sie einer Politik der Neutralität verpflichtet. Und die flache Renditekurve bei Treasuries liegt bereits in einer Spanne, die darauf hindeutet, dass die Geldpolitik neutral sein könnte. Trotz der scharfen Wortwahl wird die künftige Fed-Politik daher von den Konjunkturdaten bestimmt werden. Und diese deuten auf ein langsameres Wachstum und nachlassende Inflationsrisiken hin.

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