Stimme aus Paris
Erholung in Euro-Land

Seit mehreren Monaten schien Europas Wirtschaft in einer Abwärtsspirale gefangen. Dagegen lassen sich vier bzw. fünf Faktoren ins Feld führen: Wirtschaftspolitische Stimuli (Fiskal- oder Geldpolitik), niedrigere Energiepreise, ein niedrigeres Zinsniveau am langen Ende, und/oder ein schwächerer Wechselkurs.

Die Wirtschaftspolitik scheint fast ohnmächtig. Es besteht zwar Spielraum, doch sind die nationalen Positionen zu unterschiedlich, als dass man an konzertierte Stimuli denken könnte. Die EZB ihrerseits hat sich eindeutig positioniert. Zinssenkungen stehen außer Frage. Gleichwohl gilt zu konstatieren, dass die Geldmengenaggregate mit einer Rate von zehn bzw. sieben Prozent wachsen. Angesichts eines Anstiegs von über 40 Prozent seit einem Jahr sind die Energiepreise klar kontraproduktiv.

Daher bleiben nur zwei Faktoren, die positive Impulse geben können. Die um etwa 100 Basispunkte niedrigere Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen und der Wechselkurs. Zwar hat sich der reale Außenwert des Euros auf Jahressicht kaum verändert. Seit Jahresanfang aber ist die Schwäche zum Dollar (minus zwölf Prozent) förderlich. Die monetären Rahmenbedingungen sind damit auf Expansion ausgerichtet. Dies bietet sich als Erklärung für den Anstieg von Indikatoren wie Ifo oder ZEW-Index. Bleibt zu wünschen, dass die Euro-Schwäche anhält und dem ersten Hoffnungsschimmer wirtschaftliche Unterstützung bietet.

J.P. Hellebuyck ist Vice Chairman der Axa Investment Managers

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