STIMME AUS PARIS
Sonderfall Japan

Seit Beginn dieses Jahrzehnts sinken die langfristigen Zinsen. In der Euro-Zone liegen sie inzwischen bei rund drei Prozent, in den USA bei rund vier Prozent. Gibt es etwa Parallelen zur Zinsentwicklung in Japan in den 90er-Jahren?

Aus unserer Sicht ist für Europa und die USA kaum eine ähnliche Situation zu erwarten. In Japan sind die langfristigen Zinsen aufgrund der Deflation bis auf 1,2 Prozent gesunken. Seit Mitte der 90er-Jahre stagnieren in Japan die Preise für Dienstleistungen, die Nominallöhne sind gesunken, die Inflation wurde negativ. Die langfristigen Realzinsen liegen damit in Japan immer noch bei zwei Prozent.

In der Euro-Zone und in den USA dagegen ist der Zinsrückgang weder die Folge einer Deflation noch einer Desinflation. Die Inflationserwartungen liegen in der Euro-Zone immer noch stabil bei zwei Prozent, in den USA bei 2,5 Prozent. Der Rückgang der langfristigen Zinsen lässt sich auch nicht mit der Glaubwürdigkeit der Zentralbank erklären. Er ist sowohl in Europa als auch in den USA eine Folge der großen Nachfrage der asiatischen Zentralbanken und der institutionellen Anleger nach Anleihen.

Das ist eine gute Nachricht für die Euro-Zone und die USA, denn es droht keine Deflation. Es ist aber zugleich eine schlechte Nachricht für die Anleger: Mit dem Rückgang der realen langfristigen Zinssätze werden die Renditen für Anleihen extrem niedrig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%