Stimme aus Paris
Stabile Preise in den USA

Im Moment gibt es nirgendwo Anzeichen für Inflation. Auf Grund des Wachstums in den Schwellenländern ist das Güterangebot weltweit sehr groß. Gleichzeitig herrscht hohe Arbeitslosigkeit, nicht nur in der Euro-Zone, sondern wegen der Landflucht auch in China, Indien und in Mitteleuropa.

Doch einige Analysten behaupten, in den USA sei das anders. Doch würde dort tatsächlich Inflationsdruck bestehen, müsste die US-Notenbank ihre Leitzinsen schneller anheben. Und das hätte Folgen: Der Immobiliensektor und die verschuldeten US-Privathaushalte könnten unter Druck geraten, das Wirtschaftswachstum würde sich verlangsamen und die Weltwirtschaft bremsen.

Mit den höheren Zinsen und dem Rückgang des Außenhandelsdefizits würde der Dollar steigen und die weltweite Liquidität zurückgehen, da Dollarstützkäufe zur Finanzierung des US-Außenhandelsdefizits nicht mehr nötig wären. Letztlich könnten die Kurse aller Vermögenswerte sinken.

Uns erscheint indes eine höhere Inflation in den USA unwahrscheinlich. Das jüngste Kostenwachstum lag am Anstieg der Berufshaftpflichtversicherungsprämien im Gesundheitssektor und an der Ausübung von Stock-Options. Es wird sich daher nicht fortsetzen. Zudem ist der Arbeitsmarkt in den USA nicht wirklich angespannt. Und der deflationäre Industriesektor wird nicht dem höheren Lohnniveau des Dienstleistungssektors folgen, sondern eher die Löhne für Dienstleistungen drücken.

Autor: Patrick Artus, Chefvolkswirt Research IXIS CIB

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