Stimme aus Stuttgart
Die Fed als Partyschreck

Während die Rentenbullen auf einer der längsten Parties der jüngeren Finanzgeschichte feiern, haben die Rentenanalysten längst kapituliert. Das Wort von der Zinswende wagt keiner mehr in den Mund zu nehmen.

Wen interessieren noch Sachverhalte wie Inflation oder Rendite auf Endfälligkeit – Hauptsache die Kurse steigen! Aus den verschiedensten Gründen fahren die Rentenmanager mehrheitlich einen trendverstärkenden Kurs.

Der Markt ist geradezu jedem Finanzminister dankbar, der seinen Haushalt nicht im Griff hat und noch ein paar Staatsanleihen zu bescheidenen Konditionen offeriert.

Die historisch niedrigen Renditen in allen Anleiheklassen und in allen Laufzeiten sind im Kern das Ergebnis der immensen Liquiditätsschwemme. Im Zehnjahresbereich liegt die US-Rendite inzwischen einen Prozentpunkt über der Euro-Rendite. Wegen höherer Geldmarktzinsen und Inflationsraten sowie der notwendigen Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits war diese Anpassung folgerichtig.

Künftig dürften sich beide Renditen parallel bewegen. Auch für uns ist deshalb entscheidend, wie weit die amerikanische Notenbank geht. Der Markt sieht ein baldiges Ende der Zinserhöhungsschritte. Die Geschichte der Geldpolitik zeigt allerdings, dass die Bewegungen am Geldmarkt häufig unterschätzt wurden.

Peter Merk,Chefvolkswirt Landesbank Baden-Württemberg

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%