„Stimme des Ostens“ wurde beigesetzt
Abschied von Regine Hildebrandt

Eine Woche nach ihrem Tod ist die frühere brandenburgische Sozialministerin Regine Hildebrandt im Kreise ihrer Familie beigesetzt worden.

ap WOLTERSDORF. Ihre Urne wurde am Montag von den engsten Angehörigen auf dem Waldfriedhof ihrer Heimatgemeinde in Woltersdorf bei Berlin bestattet. Am Dienstag soll mit einer öffentlichen Trauerfeier in der Potsdamer Nikolaikirche der als "Stimme des Ostens" bekannt gewordenen SPD-Politikerin gedacht werden. Dazu hat sich unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder angekündigt.

Für die Beisetzungsfeierlichkeiten hatte die Familie Hildebrandts die Öffentlichkeit und vor allem die Medien um Zurückhaltung gebeten. Das Gedenken der engsten Angehörigen solle nicht gestört werden, erklärte ein Sprecher. Die Öffentlichkeit habe während der Veranstaltung am Dienstag in der 1 000 Menschen fassenden Nikolaikirche Gelegenheit, Abschied von der Verstorbenen zu nehmen. Der ORB will die Zeremonie live im Fernsehen übertragen. Tausende Menschen haben sich nach Angaben der brandenburgischen SPD mittlerweile in die in allen Parteigeschäftsstellen ausliegenden Kondolenzbücher eingetragen. Wegen des großen Andrangs seien die Fristen dafür verlängert worden. Noch bis Ende der Woche können sich Trauernde in die Listen einschreiben.

Virtuelles Kondolenzbuch

Auf der Internetseite Hildebrandts trugen sich bisher 4 500 Menschen aus ganz Deutschland in ein virtuelles Kondolenzbuch ein. "Und der Andrang reißt nicht ab", sagte ein SPD-Sprecher in Potsdam. Hildebrandt war am vergangenen Montag im Alter von 60 Jahren ihrer Krebserkrankung erlegen. Sie war 1996 an einem Brusttumor erkrankt. Im vergangenen April hatte die Politikerin mit einem großen Empfang ihren 60. Geburtstag gefeiert. Obwohl sich ihr Krebsleiden offenbar in einem fortgeschrittenen Stadium befand, war sie noch vor zwei Wochen beim SPD-Parteitag in Nürnberg aufgetreten und dort mit dem besten Ergebnis wieder als Beisitzerin in den Parteivorstand gewählt worden. Hildebrandt war 1990 Sozialministerin von Brandenburg geworden. 1999 trat sie von ihrem Amt zurück, weil sie die seit der damaligen Landtagswahl amtierende Koalition aus SPD und CDU nicht mittragen wollte. Die Politikerin hatte sich während ihrer Amtszeit und auch danach vor allem für die besonderen Probleme der Ostdeutschen infolge des wirtschaftlichen Umbruchs eingesetzt. Bekannt geworden war sie wegen ihrer klaren Äußerungen und ihrer direkten Sprache.

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