Stimmen aus Frankfurt
Verluste drohen

Politische Börsen haben einen kurzen Atem, das zeigt die Börsengeschichte. Kursänderungen auf Grund politischer Ereignisse wie Wahlen haben die fundamentalen Rahmendaten in der Vergangenheit selten länger überlagert. Selbst die so genannte konservative Revolution zu Beginn der achtziger Jahre hat in den USA und Deutschland nicht zu einer nachhaltigen Outperformance des jeweiligen Aktienmarktes geführt. Einzig die radikalen Reformen Thatchers erwiesen sich als dauerhafter Turbo für Aktien.

Ähnliches wie damals in Großbritannien wird von vielen Anlegern nun für Deutschland erwartet. Dem Wahlausgang am kommenden Sonntag kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Der deutsche Aktienmarkt hat sich im Vergleich zum Rest der Welt seit Ankündigung der Neuwahlen um rund fünf Prozentpunkte besser entwickelt. Dies vor allem, weil die Marktteilnehmer auf ein verändertes politisches Umfeld und damit auf einen deutlicheren Strukturwandel gesetzt haben.

Die Vorschusslorbeeren welken jedoch angesichts der wachsenden Unsicherheiten bezüglich des erwarteten Wahlausgangs. Die Kursrückgänge der letzten Tage haben dies bereits widergespiegelt. Es ist zu befürchten, dass die Börse einen Wahlausgang, der nicht die Basis für einen klaren Kurswechsel in der Wirtschafts- und Finanzpolitik bildet, mit weiteren Verlusten „abstraft“. Dies könnte einhergehend mit einem global schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld dazu führen, dass es eine politische Börse mit einem langen Atem gibt, und das nicht zur Freude der Aktienanleger. Übermorgen wissen wir mehr.

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