Stimmen der Exekutivmitglieder entscheiden nur am Rande
IOC wählt Kandidaten im Zwei-Stufen-Verfahren

Ein Computer-System namens "Olympic Logic" soll den geeigneten Olympia-Kandidaten bestimmen - jedenfalls, wenn es nach dem IOC geht. Die von den Städten eingereichten Fragebögen werden nun systematisch ausgewertet.

HB LAUSANNE. Zur Ermittlung der Olympia-Stadt wendet das IOC ein Zwei-Stufen-Verfahren an. Zunächst werden durch rein technische Bewertungen jene Bewerber ausgewählt, die die besten Voraussetzungen für Olympische Spiele bieten. Dies ist dem Exekutivkomitee vorbehalten. Die Entscheidung über den Ausrichter trifft die Vollversammlung mit ihren gegenwärtig 125 Mitgliedern. Dabei spielen politische und geopolitische Erwägungen sowie sonstige Zweckmäßigkeiten eine wesentliche Rolle.

Zur Objektivierung der Vorentscheidung hat sich das IOC ein Computer-System mit dem Namen "Olympic Logic" geschaffen. In dieses System wurden jene Daten eingegeben, die die neun Bewerberstädte (Applicant Cities) in 25 Fragen zu sieben Themenkomplexen zu beantworten hatten. In die Rechnung einbezogen werden Motivation und Konzept der Bewerbung, die öffentliche Meinung dazu, die politische Unterstützung, Veranstaltungsorte, Beherbergung, Verkehrsinfrastruktur und allgemeine Bedingungen wie Klima, Umwelt, Erfahrungen und Sicherheit.

Elf Themenbereiche werden mit einer Note zwischen 1 und zehn beurteilt. Die Faktoren für die Gewichtung liegen zwischen 1 bis 5. Dabei erhielten die generelle Infrastruktur und die Beherbergung das höchste Gewicht, gefolgt von Sportinfrastruktur, Olympisches Dorf und Transport (je 4). Als bedeutende Stellschraube gilt der Wahrscheinlichkeits-Faktor, den die Experten der Umsetzung der eingereichten Konzepte zubilligen. Er ist jeweils mit 0,1 bis 1,0 angesetzt. "Olympic Logic" wirft dann unter anderem die Gesamtnote (Benchmark) aus.

Bei der Vorauswahl für die Spiele 2008 musste ein Bewerber mindestens die Gesamtnote sechs erreichen, um die technischen Anforderungen für den Status "Candidate City" zu erfüllen. Dies führte unter anderem zum vorzeitigen Ausscheiden vom erneuten Bewerber Istanbul. Die wesentliche Aufgabe des Exekutivkomitees ist es, den Cut zu setzen. Er soll in der Theorie dort einschneiden, wo der größte Notenabstand zwischen den Bewerbern besteht.

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