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Stimmen: "Hannover wird Expo-Pleite fortsetzen"

Franz Beckenbauer (Präsident WM-Organisationskomitee): "Es war natürlich enttäuschend für uns, dass wir bei zwölf Austragungsorten bleiben mussten, aber so stand es ganz klar im Pflichtenheft der Fifa. Das tut uns leid, weil alle unheimliche Anstrengungen unternommen haben. In diesem Moment wird ein Trostpreis denjenigen, die heute leer ausgegangen sind, nicht wirklich helfen. Aber es werden natürlich Aktionen gestartet und Länderspiele vergeben, um sie ein bisschen zu entschädigen."

Joseph Blatter (Fifa-Präsident): "Ich habe hier viel Begeisterung gespürt, ich kann den Ländern und dem Bund nur zur Infrastruktur gratulieren. Ich kann mir vorstellen, dass wir eine ganz große, vielleicht sogar die größte Weltmeisterschaft erleben."

Franz Böhmert (Aufsichtsratsvorsitzender Werder Bremen): "Ich bin wütend und enttäuscht, Hannover wird die Expo-Pleite nahtlos fortsetzen. Wir sind ein Kanzler-Opfer geworden. Die Verdienste von Traditionsvereinen wie Bremen und Mönchengladbach sind in keinster Weise gewürdigt worden."

Jürgen L. Born (Präsident Werder Bremen): "Wir sind maßlos enttäuscht. Wir sind davon überzeugt, dass Bremen die Bewerbungskriterien allerbestens erfüllt und damit einer der zwölf Ausrichter hätte sein müssen. Werder steht in den letzten 15 Jahren auch sportlich für Erfolg, doch stattdessen haben nun Städte von Bundesliga-Auf- oder-Absteigern den Zuschlag erhalten. Das ist für uns nicht nachvollziehbar. Als Stadt, die weder bei der letzten EM auf deutschem Boden 1988 noch bei der WM 1974 berücksichtigt wurde, wären wir einfach mal dran gewesen."

SV Werder Bremen (Vorstand in einer gemeinsamen Mitteilung): "Wir können die Entscheidung nicht nachvollziehen. Bremen und das Weser- Stadion erfüllen alle Anforderungen. Unsere Enttäuschung ist riesengroß. Das Weser-Stadion wurde der FIFA präsentiert, als es seinerzeit darum ging, die WM nach Deutschland zu holen. Der damalige DFB-Präsident Egidius Braun hat uns anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums sein Wort gegeben, dass Bremen als WM-Spielort berücksichtigt wird. Hannover stellte bei der Bewerbung die Tatsache heraus, dass der Kanzler zu Fuß ins Niedersachsenstadion gehen könne. Für uns bleibt ein bitterer Beigeschmack, dass das tatsächlich ein Entscheidungskriterium gewesen sein könnte."

Karl-Heinz Wildmoser (1860 München): "Wir sind uns der hohen Verantwortung bewusst. Wir werden der Welt zeigen, dass wir die Fußballhaupstadt Deutschlands sind. Der Löwe brüllt in München."

Christian Hochstätter (Manager Borussia Mönchengladbach): "Man muss ein fairer Verlierer sein. Wir wären sehr gerne WM-Stadt geworden. In jedem anderen Land wären die Verdienste eines Traditionsverein wie Borussia mehr gewürdigt worden. Wir sind übergangen worden."

Joachim Erwin (Oberbürgermeister Düsseldorf): "Wir sind tief enttäuscht. Zusammen mit München konnten wir in der Bewerbung das modernste Stadion vorweisen."

Monika Bartsch (Oberbürgermeisterin Mönchengladbach) und Adalbert Jordan (Präsident Borussia Mönchengladbach) in einer gemeinsamen Erklärung: "Die Entscheidung, Mönchengladbach nicht zu berücksichtigen, hat bei uns, bei den Bürgern unserer Stadt und den Fans von Borussia Mönchengladbach große Enttäuschung ausgelöst. Stadt und Verein haben fest damit gerechnet, dass Mönchengladbach 2006 WM- Spielort sein würde."

Fritz Scherer (Vizepräsident Bayern München): "Wir sind hoch zufrieden. Dass wir WM-Stadt werden, war zu erwarten, aber ganz wichtig ist, dass wir auch das Medienzentrum erhalten. Dadurch erhalten wir vermehrte Unterstützung durch die Behörden, und es werden viele Arbeitsplätze geschaffen. Das hatten wir ja schon beim Bürgerentscheid versprochen."

Günther Netzer (Ex-Fußball-Profi): "Es tut weh, dass Mönchengladbach es nicht geschafft hat, aber es gab objektive Kriterien und einen regionalen Proporz."

Wolfgang Clement (Ministerpräsident NRW): "Drei Auftragungsorte und die deutsche Mannschaft in Leverkusen. Das entspricht der regionalen Stärke Nordrhein-Westfalens. Allerdings verstehe ich nicht, dass das Medienzentrum nicht nach Düsseldorf kommt. Wir hatten die objektiv bessere Bewerbung."

Edmund Stoiber (Ministerpräsident Bayern): "Das ist ein Erfolg auf der ganzen Linie. Ich freue mich, dass sich unsere strukturpolitischen Anstrengungen auszahlen. Mit der heutigen Entscheidung des WM-Organisationskomitees wird unser Engagement bestätigt. Bayern wird alle Voraussetzungen schaffen, dass dieses sportliche Weltereignis eine hervorragende Werbung für unser Land wird."

Christian Ude (OB München): "Mit den WM-Spielen hatten wir gerechnet, aber dass wir auch das Medienzentrum bekommen, ist eine Bescherung wie an Weihnachten. Da weiß man auch nicht, welche Geschenke man erhält."

Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister von Berlin): "Ich hoffe, dass wir neben dem Finale noch öfter vertreten sind. Die Fußball-WM gehört zu den drei Topereignissen im Weltsport. Das Endspiel in Berlin und die weltweite Vorberichterstattung lassen sich nicht mit Geld aufwiegen. Das ist eine hervorragende Werbung für die Stadt. Viele Gäste werden nach Berlin kommen, das ist positiv für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Der Stadionausbau ist durch den Bund gesichert. Auch der Zeitplan ist gesichert, ich habe keine Befürchtungen."

Otto Schily (Bundesinnenminister): "Ich glaube, die Verteilung ist ausgewogen und gerecht. Die nicht berücksichtigen Städte dürfen sich jetzt nicht in den Schmollwinkel zurückziehen, sondern müssen mitarbeiten, dass diese WM ein großer Erfolg wird. Diese Veranstaltung ist eine fantastische Gelegenheit, uns darzustellen, eine bessere gibt es gar nicht. Wir sind eine fußballbegeisterte Nation, diese Bewerbung war großartig."

Rudi Assauer (Manager Schalke 04): "Die Arena AufSchalke gilt zu Recht als schönstes Stadion Europas. Wir sind stolz darauf, dieses Projekt allein geschultert zu haben. Um es mit Sepp Blatter zu sagen: Es wäre eine Schande gewesen, wenn es in diesem Stadion keine WM-Spiele gegeben hätte."

Michael A. Roth (Präsident 1. FC Nürnberg): "Wir werden der Welt einen fröhlich-herzlichen Empfang bereiten. Die Entscheidung für das Frankenstadion hat sich angeboten: Es ist nicht nur eines der schönsten deutschen Fußballstadien, wir bieten zudem auch eine hervorragende Verkehrsanbindung."

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