Stimmung hat sich deutlich verbessert
US-Konjunkturdaten schieben Dax an

Fallende Technologiewerte bremsten am Nachmittag zunächst den Aufstieg des deutschen Börsenbarometers. Doch freundliche Konjunkturdaten aus den USA haben dem Dax dann wieder einen kräftigen Schub verliehen.

HB/dpa FRANKFURT. Der deutsche Leitindex beendete den Handel nach vorherigem Auf und Ab um 1,23 Prozent fester bei 3320,75 Punkten. Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag blieben die Umsätze an der Frankfurter Börse jedoch unterdurchschnittlich. Der MDax verbuchte ein dünnes Plus von 0,05 Prozent auf 3159,12 Punkte. Am Neuen Markt verfehlte der Nemax-50 ebenso knapp seinen Vortagesstand und gab um 0,05 Prozent auf 442,93 Punkte nach.

Die Stimmung in Frankfurt hatte sich am Nachmittag deutlich verbessert, nachdem bekannt wurde, dass der vielbeachtete ISM- Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe in den USA im November überraschend stark gestiegen ist. Vor der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag sei jedoch kaum ein Anleger bereit, mit größeren Orders ein Risiko einzugehen, hieß es von Händlern. Jene Investoren, die auf sinkende Kurse spekuliert hatten, schlossen bereits am Mittag ihre Positionen.

Weiterhin hohe Arbeitslosenzahlen in Deutschland machten eine "große" Zinssenkung der EZB um 0,5 Prozentpunkte wahrscheinlicher - was den Kursen im Wochenverlauf weiteren Auftrieb verschaffen könnte. Auch der vergleichsweise stabile Euro unterstütze diese Annahme.

Einige Finanzwerte und Technologieaktien im Dax schlossen mit Verlusten, während eine gute Nachfrage für Pharmawerte und Versorger den Index stützte. Händler begründeten die Nachfrage nach Pharmatiteln mit dem Wunsch institutioneller Anleger, zum Jahresende attraktive Werte im Depot vorweisen zu können. Stärkster Wert im Dax war die Aktie des Dialyse- Spezialisten Fresenius Medical Care, die um 6,39 Prozent auf 43,95 Euro zulegte. Das Papier des Pharmaunternehmens Altana stieg um 4,72 Prozent auf 46,58 Euro. Aktien des Berliner Konkurrenten Schering verteuerten sich um 3,45 Prozent auf 42,91 Euro. Versorger wie Eon oder RWE schlossen ebenfalls klar im Plus.

An das untere Ende der Kurstafel sanken dagegen Technologiewerte. Die renommierte US-Investmentbank Morgan Stanley hatte sich kritisch über den Chipsektor geäußert. Zudem lasteten pessimistische Ausblicke des Mobilfunk-Ausrüsters Nokia und des Medienkonzerns AOL Time Warner weiterhin auf den Kursen. Während sich die Epcos-Aktie um 4,12 Prozent auf 15,36 Euro verbilligte, sank das Papier von Infineon Technologies um 5,45 Prozent auf 9,54 Euro und war größter Verlierer im Dax.

Unter Druck gerieten auch Finanzwerte. Commerzbank-Titel verloren 0,63 Prozent auf 9,54 Euro. Einem Pressebericht zufolge wird die Großbank das wichtige Firmenkundengeschäft in diesem Jahr mit roten Zahlen abschließen.

Auf die Bestätigung des Führungswechsel an der Spitze der Deutschen Lufthansa im kommenden Juni reagierte die Börse mit Kursgewinnen. Die Aktie stieg nach der Nominierung von Wolfgang Mayrhuber zum Nachfolger des langjährigen Konzernchefs Jürgen Weber um 2,43 Prozent auf 11,36 Euro.

Am Rentenmarkt stieg der Rex 0,10 Prozent auf 115,77 Punkte. Der Bund-Future fiel 0,12 Prozent auf 111,41 Punkte. Die Umlaufrendite wurde von der Bundesbank mit 4,23 (Dienstag: 4,24) Prozent ermittelt. Der Euro überschritt wieder die Parität zum US-Dollar. Am Abend notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0012 Dollar. Zuvor hatten die guten US-Konjunkturdaten zu einem kurzfristigen Absinken unter die Parität geführt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0018 (Dienstag: 0,9967) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9982 (1,0033) Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%