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Stimmung in Japans Industrie gesunken - Aber positive Prognosen

Die momentane Abkühlung der konjunkturellen Dynamik in Japan hat auch die Stimmung der Industriemanager gedämpft. Erstmals seit fast zwei Jahren sank der von der Zentralbank erfasste Stimmungsindex der Großindustrie.

dpa-afx TOKIO. Die momentane Abkühlung der konjunkturellen Dynamik in Japan hat auch die Stimmung der Industriemanager gedämpft. Erstmals seit fast zwei Jahren sank der von der Zentralbank erfasste Stimmungsindex der Großindustrie. Nachdem das Geschäftsklima ein 13-Jahres-Hoch erreicht hatte, fiel der Index zum Dezember von plus 26 auf 22, teilte die Bank von Japan am Mittwoch mit. Das ist der erste Rückgang seit März 2003. Der positive Index bedeutet aber, dass die Optimisten weiter in der Mehrheit sind. Die Börse zog an, da die Unternehmen zugleich ihre Gewinn- und Investitionsprognosen anhoben.

Der weltweit beachtete "Tankan"-Quartalsbericht der Bank von Japan ist nach Ansicht von Analysten ein weiterer Hinweis darauf, dass sich die konjunkturelle Dynamik in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt abgeschwächt hat. Die Großindustrie erwartet für die nächsten drei Monate einen weiteren Rückgang des Stimmungsindexes auf plus 15. Eine Abkühlung hat sich seit dem Frühjahr abgezeichnet. Die Unternehmen agieren nach Aussagen von Analysten nach wie vor sehr vorsichtig. Sie achteten darauf, dass ihre Lagerbestände nicht deutlich zunehmen und würden mit ihren Restrukturierungsmaßnahmen fortfahren. Dass Japan jedoch erneut in eine Rezession fällt, wird für eher unwahrscheinlich gehalten.

Optimisten IN DER Überzahl

Auch die Regierung bleibt trotz des "Tankan"-Ergebnisses bei ihrer Einschätzung, dass die momentane konjunkturelle Abschwächung nur von vorübergehender Natur sei und die Erholung weiter gehen werde. Seit sechs Quartalen überwiegen bei Japans Produzenten die Optimisten, was nach Ansicht von Analysten darauf hindeutet, dass die Unternehmen inzwischen widerstandsfähiger gegen die Festigung des Yen und höhere Öl- und Rohmaterialpreise geworden sind. Japans Erholung sei jedoch angesichts einer Abschwächung des Exports auf die weiter rege Investitionstätigkeit der Unternehmen angewiesen.

Und hier bietet der "Tankan" Positives: So planen die großen Produktionsunternehmen für das noch bis 31. März 2005 laufende Geschäftsjahr, 23,4 Prozent mehr in Anlagen und Ausrüstungen zu investieren als noch ein Jahr zuvor. Das wäre der stärkste Anstieg seit 1988. Auch die großen nicht produzierenden Unternehmen hoben ihre Investitionsprognosen an. Zugleich erwartet die Großindustrie einen Zuwachs bei den Vorsteuererträgen von 24 Prozent nach plus 20,3 Prozent im Vorjahr. Bei den nicht produzierenden Unternehmen wird ein Gewinnanstieg von 10,4 Prozent nach 10,7 Prozent im Vorjahr prognostiziert. Die Ergebnisse des jüngsten Quartalsberichts der Zentralbank seien generell positiv, meinte ein Analyst in Tokio.

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