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Stimmung in US-Wirtschaft sinkt überraschend stark - Dollar fällt

Die Stimmung in der US-Wirtschaft ist nach am Freitag veröffentlichten Umfrageergebnissen deutlicher gesunken als erwartet. Zudem warnte US-Notenbankchef Alan Greenspan vor den negativen Folgen eines weiter steigenden Ölpreises.

dpa-afx NEW YORK. Die Stimmung in der US-Wirtschaft ist nach am Freitag veröffentlichten Umfrageergebnissen deutlicher gesunken als erwartet. Zudem warnte US-Notenbankchef Alan Greenspan vor den negativen Folgen eines weiter steigenden Ölpreises. Der US-Ölpreis bewegte sich am Freitag knapp unterhalb seines am Donnerstag erreichten neuen Rekordhochs von 54,88 Dollar. Die am Freitag bekannt gegebenen realen Daten von der weltgrößten Volkswirtschaft, wie die Erzeugerpreise oder die Industrieproduktion, zogen allerdings leicht an und lagen im Rahmen der Expertenprognosen. Die Einzelhandelsumsätze kletterten sogar stärker als erwartet.

Der Dollar fiel im Verhältnis zum Euro auf den tiefsten Stand seit März. Gegenüber dem japanischen Yen sank die US-Währung auf das niedrigste Niveau seikt Ende August. "Die Daten waren der Katalysator für die Dollar-Schwäche. Vor allem die nach vorne blickenden Daten suggerieren ein schwächeres Wachstum in der Zukunft", sagte Hbos-Devisenexperte Steve Pearson. Die US-Renditen zogen allerdings ebenso wie der Aktienmarkt leicht an. Nach Einschätzung von Experten wirkten sich hier vor allem die deutlich besser als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze aus.

Stimmungsbarometer Geben Deutlich Nach

Der US-Geschäftsklimaindex Empire State Manufacturing fiel im Oktober stärker als erwartet aus. Der Index sank von revidierten 27,3 Punkten auf 17,4 Zähler. Von CBS Marketwatch befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Rückgang auf 24,9 Punkte erwartet. Der Wert für den Vormonat war ursprünglich mit 28,3 angegeben worden. Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Staat New York. Ein Indexstand über Null deutet eine Ausweitung der Aktivitäten an.

Ebenfalls deutlich schwächer als erwartet fiel das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im Oktober aus. Der Index gab vorläufigen Berechnungen zufolge von 94,2 Punkten im Vormonat auf 87,5 Zähler (Prognose: 93,9) nach. Der viel beachtete Index gilt als Stimmungsbarometer für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Der private Konsum ist die wichtigste Konjunkturstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Die Commerzbank geht davon aus, dass die Ausgaben von privaten Haushalten im vierten Quartal eher verhalten zulegen werden.

Positive Überrascheung BEI Einzelhandelsumsätzen

Positive Daten gab es dagegen von den Einzelhändlern in den Vereinigten Staaten. Der Einzelhandelsumsatz legte im September um 1,5 Prozent zum Vormonat zu. Experten hatten mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Einzelhandelsumsätze insgesamt um revidierte 0,2 Prozent gefallen. In der Erstschätzung war noch ein Rückgang von 0,3 Prozent ermittelt worden. Ohne die deutlich gestiegenen Automobilverkäufe kletterten die Einzelhandelsumsätze im September um 0,6 Prozent. Die Autoverkäufe waren um 4,2 Prozent gestiegen. Der Zuwachs bei den Autoverkäufen war der höchste seit den Anschlägen vom 11. September 2001.

Der unerwartet deutliche Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze im September ist nach Einschätzung der Commerzbank teilweise auf die jüngsten Unwetter zurückzuführen. "Zum Teil mögen die Unwetter die Umsätze positiv beeinflusst haben", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Analyse. So seien die Umsätze der Baumärkte mit 1,4 Prozent deutlich gestiegen. Das Umsatzplus habe insgesamt eine sehr breite Warenpalette betroffen. Für das dritte Quartal erwartet die Commerzbank ein reales Wachstum des privaten Verbrauchs von annualisiert vier Prozent nach 1,6 Prozent im Vorquartal.

Industrieproduktion Legt WIE Erwartet Leicht ZU

Der Anstieg in der Industrieproduktion fiel im September mit einem Plus von 0,1 Prozent zum Vormonat im Rahmen der Erwartungen aus. Gleichzeitig wurden die August-Daten nach unten revidiert. Die Industrieproduktion sei um 0,1 Prozent gesunken, nachdem zunächst ein Plus von 0,1 Prozent ermittelt worden war. Die Kapazitätsauslastung der Industrie verharrte den Angaben zufolge im September bei 77,2 Prozent. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 77,4 Prozent gerechnet.

Auch der Anstieg bei den Lagerbeständen überraschte die Experten nicht. Die Lagerbestände der Industrie- und Handelsunternehmen stiegen im August wie zuvor erwartet um 0,7 Prozent zum Juli. Die Umsätze stiegen ebenso um 0,7 Prozent. Das Verhältnis von Lagerbeständen zu Umsätzen - ein Indikator für die Nachfrage - fiel auf 1,31 von 1,32 im Juli.

Die Erzeugerpreise stiegen im September erwartungsgemäß um 0,1 Prozent zum Vormonat. Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Die Kernrate - ohne die besonders schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise - erhöhte sich um 0,3 Prozent. Hier hatten Experten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

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