Stimmung ist positiv
Fondsmanager kaufen wieder Aktien

Die großen deutschen Fondsgesellschaften sind trotz der jüngsten Kursverluste an der Börse weiter positiv für die Entwicklung des Deutschen Aktienindex Dax gestimmt und haben am Donnerstag ausgewählte Aktien hinzugekauft.

Reuters FRANKFURT. Gefragt bei den Fondsmanagern waren unter den Standardwerten beispielsweise die Aktien des Finanzdienstleisters MLP, vor allem bei der Fondsgesellschaft DWS. Die Titel gewann bis zum Nachmittag knapp 24 Prozent auf 13,68 Euro, nachdem die Anteilsscheine seit Jahresbeginn über 80 Prozent an Wert verloren hatten. Neben Medienberichten über angebliche Bilanzungereimtheiten und einer Prognosekorrektur Ende vergangener Woche hatten nach Angaben von Börsianern Spekulationen über ein Ausscheiden des Unternehmens aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) das Papier zuletzt belastet.

"Wir sind MLP gegenüber sehr positiv eingestellt und kaufen derzeit Aktien", sagte Carsten Böhme, Sprecher der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank DWS. "Die Kursbewegungen bei MLP waren in letzter Zeit losgelöst von dem Unternehmen selbst. Das Geschäftsmodell ist außergewöhnlich erfolgreich", sagte der zuständige Fondsmanager Henning Gebhardt.

Der Dax stieg bei durchschnittlichen Umsätzen bis zum Nachmittag um gut drei Prozent auf 3580 Punkte. Seit Januar hat der Dax rund 30 Prozent verloren. Allein im Monat Juli büßte das deutsche Börsenbarometer fast 18 Prozent ein. Bei der zur Dresdner Bank gehörenden Fondsgesellschaft DIT hieß es auf Anfrage, dass man weiter für die Dax-Entwicklung optimistisch gestimmt sei. "Wir nutzen die entsprechenden Chancen auf Kurssteigerungen bei einzelnen Aktien und Branchen im Rahmen der fondsbezogenen Möglichkeiten", sagte ein DIT-Sprecher.

Deka-Fondsmanager Trudbert Merkel sagte, dass seine Fondsgesellschaft an diesem Donnerstag sowohl als Käufer als auch als Verkäufer am Gesamtmarkt aufgetreten sei und dass er Umschichtungen vorgenommen habe. Die Fondsgesellschaft Frankfurt-Trust engagierte sich nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen insbesondere im Bereich Pharma. Hier habe man stärker dazugekauft, sagte eine Sprecherin. "Frankfurt-Trust investiert auch in den anhaltenden Abwärtstrend hinein," fügte sie hinzu.

Der Bundesverband Deutscher Investment- und Vermögensverwaltungsgesellschaften (BVI) empfahl am Donnerstag, trotz der starken Kursrückgänge im Juli und Anfang August, Aktienfondssparpläne zum derzeit ungünstigen Zeitpunkt nicht aufzulösen. Vielmehr sei es sinnvoll, gerade jetzt regelmäßig weiter zu investieren und Aktienfondspositionen erst bei deutlich gestiegenen Kursen zu reduzieren. Die regelmäßige Anlage konstanter Beträge in Investmentfonds-Sparpläne zahle sich weiterhin aus.

Die Ergebnisse von Aktienfonds-Sparplänen zeigten, dass diese Fonds auch Phasen längerer Kursrückgänge Stand hielten, teilte der Verband weiter mit. Durch die kontinuierliche Investition konstanter Beträge in diese Fondsgruppe schlagen dem BVI zufolge Kursschwankungen an den Börsen auf lange Sicht nur abgefedert zu Buche. Die durchschnittliche Wertsteigerung von Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland lag in den untersuchten Zeiträumen von zehn, 15, 20, 30 und 35 Jahren zwischen 4,7 Prozent (zehn Jahre) und 9,2 Prozent (35 Jahre).

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