Stimmungsumschwung
SPD gewinnt auch an der Wahlstreet

Die SPD gewinnt bei den Händlern an der Wahlstreet stetig an Sympathie. Selbst die gute Vorstellung von Edmund Stoiber beim Kanzlerduell konnte den jüngsten Aufwärtstrend der Regierungspartei nur kurz unterbrechen.

rje DÜSSELDORF. Die SPD gewinnt bei den Händlern an der Wahlstreet stetig an Sympathie. Selbst die gute Vorstellung von Edmund Stoiber beim Kanzlerduell konnte den jüngsten Aufwärtstrend der Regierungspartei nur kurz unterbrechen. Allein in dieser Woche verlor die CDU/CSU rund einen halben Prozentpunkt. Der Kursverlauf der Union-Aktie an der Wahlstreet gleicht dem einer abstürzenden Technologieaktie.

SPD erstmals über 36 Prozent

Die SPD dagegen erreichte erstmals mehr als 36 Prozent. Zunächst profitierte die SPD-Aktie von der professionellen und schnellen staatlichen Hilfe für die Flutopfer. Die jüngsten Stimmenzuwächse der SPD in mehreren Wahlumfragen kommen nach Angaben des Parteienforschers Karl-Heinz Nassmacher nicht überraschend. Sie stellten vielmehr einen Trend dar, der auch bei früheren Bundestagswahlen zu beobachten war. "Auch Kohl lag im März stets zurück und hat im Herbst die Wahl gewonnen", sagte Nassmacher mit Anspielung auf die 16-jährige Amtszeit des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU), der 1998 von einer rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder (SPD) abgelöst worden war.

Die zunehmende Sympathie für die Regierungspartei SPD werde auch in den kommenden Wochen bis zum Wahltermin 22. September anhalten und daher für einen äußerst spannenden Wahlausgang sorgen.

FDP muss Federn lassen

Auch die FDP muss Federn, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie die CDU/CSU. Die Aktien der Liberalen werden in der Wahlstreet aktuell bei 10,21 Prozent gehandelt. Die Grünen halten sich konstant bei etwa 7,8 Prozent und können trotz einer lebhaften Umweltdebatte nicht weiter zulegen.

Der Kursverlauf der Parteienaktien in der Wahlstreet deckt sich damit auch mit den von den Meinungsforschern erhobenen Stimmungsbildern, auch wenn sich die Prozentwerte abweichen. Das Institut Emnid ermittelte am Freitag einen deutlichen Zugewinn für die SPD von drei Punkten. Die Sozialdemokraten kommen demnach auf 37 Prozent, die Union liegt bei 40. Die FDP bleibt bei neun Prozent, die Grüne kommen unverändert auf sechs. Die PDS muss zwei Punkte abgeben und erreicht vier Prozent.

Die Wahlstreet ist ein Prognose-Aktienmarkt und funktioniert ähnlich einer virtuellen Börse, auf der man Aktien, die sich auf ein bestimmtes Ereignis wie zum Beispiel eine politische Wahl oder ein Bundesliga-Spiel beziehen, handeln kann. Aus den Kursen läßt sich eine Prognose zum Ausgang des Ereignisses ableiten.

Die Wahlstreet erreichen Sie unter www.handelsblatt.com/wahlstreet. Dort finden sie weitere Informationen und die Möglichkeit, sich als anzumelden.

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