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Stimmungsvolle FIFA-Feier ohne Torgeschenke

Paris (dpa) - Am Ende einer stimmungsvollen Geburtstagsfeier fand ausgerechnet der Hausherr das Haar in der Suppe. «Das haben die Zuschauer nicht verdient. Man sollte einen Sieger haben», bemängelte Joseph Blatter nach dem 0:0 der Fußball-Supermächte Brasilien und Frankreich.

Während auf dem Rasen des «Stade de France» vor 79 344 Zuschauern mit einem riesigen Feuerwerk die 100-Jahr-Party des Fußball-Weltverbandes FIFA abgeschlossen wurde, erneuerte der Präsident auf der Ehrentribüne seine Forderung nach Reformen: «Das Unentschieden gehört abgeschafft.»

Das sahen die beiden Trainer allerdings ganz anders. «Die Tore haben zwar gefehlt, aber als Trainer und Zuschauer habe ich mich dennoch an den technischen Feinheiten gefreut», sagte Frankreichs Coach Jacques Santini und verteidigte die Ernsthaftigkeit, mit der sowohl der Europameister als auch der Rekord-Weltmeister das Prestigeduell angegangen waren. «Es war richtig, das Spiel so zu führen wie es geführt wurde. Schließlich wollte keiner verlieren», meinte Santini, dessen Elf seit nunmehr 16 Spielen ungeschlagen ist und ihre Rolle als absoluter EM-Favorit untermauerte.

«Es war ein sehr gutes Spiel zweier Mannschaften, die ganz sicher die beiden besten der Welt sind. Dieses 0:0 hatte nicht den Geschmack eines Nullspiels», urteilte Brasiliens Trainer Carlos Alberto Parreira: «Auf dem Platz hatte das Spiel nicht den Charakter eines Freundschaftsspiels. Die Fete fand außerhalb des Feldes statt.»

Damit traf der Brasilianer den Nagel wohl auf den Kopf. Während auf dem Platz hochmoderner Fußball der Neuzeit zelebriert wurde, war der Rahmen eine Hommage an die gute alte Gründerzeit des Fußballs. Die Partie wurde in einem werbefreien Stadion in über 100 Länder live übertragen, auf den Banden standen Botschaften gegen Rassismus und für Fair Play. Die Franzosen liefen in Retrotrikots aus dem Jahr 1904 auf, blaue Hemden und knielangen Bermudahosen. Die Brasilianer kamen im schneeweißen Outfit aus den Kabinen, wie sie 1914 angetreten waren. Und auch das Schiedsrichtergespann passte sich im schwarzen Nostalgie-Look der Reise in die Vergangenheit an.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die deutschen Weltmeisterinnen ihren Teil zur gelungenen Feier bereits beigetragen und sich ihre Erinnerungsstücke gesichert. Nach der 2:3-Niederlage gegen eine Weltauswahl nutzten die deutschen Spielerinnen im Kabinengang die Gunst der Stunde, um sich Autogramme von Zidane, Ronaldo & Co zu sichern. So reisten auch die einzigen Verliererinnen des Geburtstagsabends nicht ohne Geschenke ab.

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