Stippvisite
Berlin schenkt Clinton Stück vom Brandenburger Tor

Der bei den Berlinern beliebte Ex-Präsident besucht zum Tag der Deutschen Einheit die Stadt - und bekommt ein besonderes Geschenk.

BERLIN. Das Brandenburger Tor ist Bill Clinton vertraut. Als erster US-Präsident durchschritt er 1994 das Wahrzeichen Berlins von West nach Ost und schrieb damit Geschichte. Zehntausende bereiteten dem einst mächtigsten Mann der Welt seinerzeit an historischem Ort einen begeisterten Empfang. Tosenden Beifall erhielt er für seinen auf Deutsch vorgetragenen Satz ein: "Nichts wird uns aufhalten, alles ist möglich, Berlin ist frei."

Zur Erinnerung an seinen ersten Besuch als amerikanischer Präsident an der Spree nahm Clinton eine prachtvolle Nachbildung des Brandenburger Tores mit nach Übersee. Das Meisterwerk aus edlem Biskuitporzellan war ein Geschenk der hauptstädtischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Wirtschaft wollte auf diese Weise ihre Dankbarkeit und freundschaftliche Verbundenheit mit den USA bekunden.

Acht Jahre später macht Clinton, nun gewissermaßen in privater Mission, dem mehr als 200-jährigen weltberühmten Bauwerk erneut seine Aufwartung. Geplant war eine rund 24-stündige Stippvisite zum zwölften Jahrestag der deutschen Einheit. Clinton war eingeladen, um als Ehrengast gemeinsam mit der politischen Spitze Deutschlands die Enthüllung des Brandenburger Tores mitzuverfolgen - nach fast zweijähriger aufwändiger Restaurierung des Berliner Wahrzeichens.

Wie 1994 sollte Clinton auch diesmal ein wertvolles Geschenk mit nach Hause nehmen. Nach der Porzellan-Kopie durfte er sich nunmehr auf ein zehn Kilogramm schweres Originalstück des Brandenburger Tores freuen. Der Sandstein hatte sich bei den Arbeiten der Restauratoren gelöst und musste ausgetauscht werden. Spender des "Andenkens an die Stadt" ist die private Stiftung Denkmalschutz, in deren Regie die Verjüngungskur des Bauwerks lag.

Clinton ist beliebt bei den Berlinern. Und er ist immer für eine Überraschung gut. Bei seinem letzten Berlin-Besuch vor zwei Jahren machte er abweichend vom strengen Protokoll einen abendlichen Abstecher in den Szenebezirk Prenzlauer Berg. In einer Kneipe tafelte er zwei Stunden lang gemeinsam mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zwischen ganz normalem Publikum.

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