STMicroelectronis, Philips und Motorola
Chiphersteller schließen Milliarden-Dollar-Pakt

Drei der weltweit führenden Halbleiter-Hersteller, STMicroelectronis, Philips und Motorola, forschen und entwickeln in den kommenden fünf Jahren gemeinsam.

Reuters PARIS. Die Halbleiterhersteller wollen bis 2005 insgesamt 1,4 Milliarden Dollar in das Chip-Projekt investieren. Ziel der Allianz ist es, die Chips der nächsten Generation schneller und preisgünstiger zu produzieren. . "Wir tun dies auf Nachfrage der Industrie, nicht nur im Zuge der technischen Entwicklung. Wir müssen diese Technologie anbieten", sagte Philips-Forschungschef Theo Claasen. Die Allianz sehe eine Beteiligung des US-Konzerns Motorola an dem bereits bestehenden Zusammenschluss aus Europas größtem Chiphersteller STM, der Halbleitersparte von Philips und dem bisherigen Partner Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) vor.

Das gemeinsame Entwicklungsprogramm wird im französischen Crolles umgesetzt. Dort haben Philips, TSMC und STM bereits ihren gemeinsamen Forschungsbereich angesiedelt, wo sie auch eine 300mm Wafer-Anlage betreiben.

Aus den Wafern (Silizium-Halbleiterscheiben) mit 300 Millimeter Durchmesser, die bereits beim weltgrößten Chip-Hersteller Intel im Einsatz sind, können Chip-Produzenten etwa doppelt so viele Chips herstellen wie aus den bislang gängigen 200mm-Scheiben.

Bei der beschlossenen fünfjährigen Forschungspartnerschaft sind die drei Technologiekonzerne den Angaben nach gleichberechtigt. Die geplanten Mittel in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar enthielten zudem bereits die von STM und Philips angekündigten Investitionen von 700 Millionen Dollar.

In den nächsten fünf Jahren wollen die drei Unternehmen zusammen mit TSCM Chips mit Strukturbreiten von 90 Nanometer bis hinunter zu 32 Nanometer entwickeln. "Mit den so gebündelten Kräften (der drei Unternehmen) können wir diese Entwicklung deutlich beschleunigen", sagte Motorola-Manager Bill Walker.

Je kleiner die Strukturbreiten, desto mehr Schaltkreise können auf einen Chip integriert werden und desto leistungsfähiger wird der Chip. Alternativ kann die gleiche Zahl von Schaltelementen auf einen kleineren Chip gepackt werden, was die Herstellkosten verringert.

Steven Vrolijk von ING Barings wertete die Allianz als "hervorragende Idee", um bei der Halbleiter-Entwicklung an vorderster Stelle zu bleiben. "Es wird aber dem Aktienkurs oder den Gewinnen kurzfristig nicht helfen. Langfristig ist es ein starker strategischer Schritt", fügte er hinzu.

Der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices hatte jüngst zusammen mit Taiwans United Microelectronics eine ähnliche Zusammenarbeit im neuen 300mm-Wafer-Werk in Singapur bekannt gegeben. Einige Marktbeobachter waren davon ausgegangen, Motorola werde sich möglicherweise dieser Allianz anschließen.

Die STM-Titel stiegen bis zum Nachmittag an der Pariser Börse in einem freundlichen Börsenumfeld gut ein halbes Prozent auf mit 34,93 Euro. Die Aktien von Philips verteuerten sich mit dem Markttrend um 0,6 Prozent auf 31,80 Euro. Motorola-Aktien fielen an der Wall Street knapp ein Prozent auf 13,47 Dollar.

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