Stock-Screener haben Schwächen
Wie man die Dividendenstars findet

Wenn an der Börse Flaute herrscht, schippern Anleger gerne in den sicheren Dividenden-Hafen. Positiver Nebeneffekt: Titel mit hoher Dividendenrendite versprechen auch steigende Kurse.

Wer zuletzt glaubte, bei den Dax-Dividendenkönigen Daimler und Deutsche Telekom seine Schäfchen ins Trockene gebracht zu haben, wurde enttäuscht. Statt 2,35 Euro gab es 2002 nur noch einen Euro je Daimler-Aktie. Grund für den Sparkurs: Hohe Verluste bei Chrysler. Die Großzügigkeit der Deutschen Telekom fand angesichts von 67 Milliarden Euro Schulden ein Ende. Der magentafarbene Telekommunikationsriesen kürzte die Dividende um satte 40 Prozent.

Wie lassen sich solche Reinfälle verhindern? Zunächst einmal sollte die Auswahl eines Titels nicht auf Basis der Dividende des Vorjahres getroffen werden. Die zahlreichen Stock-Screener im Internet, das sind Aktiensuchprogramme, ermöglichen zwar eine gezielte Auswahl von Titeln nach Dividendenrendite, berechnen diese jedoch häufig aus aktuellem Kurs und letztjähriger Dividende. (Die Dividendenrendite wird ermittelt, indem man die Dividende pro Aktie durch den Aktienkurs teilt.)

Wichtig ist daher, dass Anleger ihre über das Suchprogramm getroffene Vorauswahl anhand aktueller Analysteneinschätzungen und einer verbindlichen Vorankündigung zur Dividendenhöhe überprüfen. Über die fundamentalen Daten des Unternehmens und die Konzern- und Branchenentwicklung kann der Anleger darüber hinaus bereits gut abschätzen, ob das Geschäftsjahr positiv verläuft. In der Regel kann dann mit einer zumindest gleichbleibenden Dividende gerechnet werden.

Sicherheit und Kurspotenzial

Der Blick auf die Dividendenrendite ist nicht nur aus Sicherheitsgründen interessant. Denn ist sie hoch, ist die Aktie im Verhältnis zur Dividende, die in der Regel ein Ausdruck des Konzernerfolgs ist, preiswert zu haben und daher unterbewertet.

Oft lohnt bei der Suche nach den sicheren Häfen ein Blick in die zweite Reihe. Beispiel MDax: Werte wie Gildemeister oder Sixt bieten über fünf Prozent Dividendenrendite, während derzeit kein Dax-Unternehmen mit mehr als vier Prozent aufwartet. Auch in den USA gibt es in Sachen Dividendenrendite attraktive Titel: Philip Morris mit gut vier Prozent oder Eastman Kodak mit über fünf Prozent.

Wer das Ganze lieber den Experten überlassen möchte, kann dies über Zertifikate tun. Ein positives Beispiel ist das German Top 12-Zertifikat von Merrill Lynch (WKN 600645). Es versammelt diejenigen zwölf Dax-Werte mit der historisch höchsten Dividendenrendite. Die Zusammensetzung des für das Zertifikat von Merrill extra berechneten Germany-Top-12-Index wird halbjährlich im Januar und Juli auf Basis der Frankfurter Schlusskurse angepasst.

Zudem werden angefallene Bezugsrechte und Dividenden rechnerisch reinvestiert - bei vielen Zertifikaten keine Selbstverständlichkeit, oft stellen die vom Emittenten einbehaltenen Gewinnausschüttungen so etwas wie eine verdeckte Vergütung für den Anbieter dar.

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