Stock Screener – Suchmaschinen im Internet helfen Privatanlegern
Aktienfilter finden aussichtsreiche Werte

In den vergangenen drei Jahren wurden die Aktienempfehlungen von Analysten immer öfter in Frage gestellt. Blindes Vertrauen in die Einschätzungen der Banken haben Anleger nicht mehr. Aktienfilter im Internet helfen Anlegern, die ihr Portfolio auf eigene Faust zusammen stellen wollen.

DÜSSELDORF. Die so genannten Stock-Screener sind Werkzeuge, mit denen Anleger die Liste der gehandelten Aktien durchkämmen können. "Jeder Anleger hat seine eigene Vorstellung davon, welche Parameter wichtig sind", sagt Fritz Oidtmann, Vorstandssprecher der Onvista AG. Der Internetanbieter von Finanzinformationen hat seit drei Jahren einen Aktienfilter im Angebot. Mögliche Auswahlkriterien sind bei allen Anbietern das Kurs-Gewinn-Verhältnis, Umsatz- oder Gewinnwachstum, Marktkapitalisierung oder Indexveränderungen.

Der Anleger kann sowohl Wachstumswerte als auch Turn-Around-Werte herausfiltern. Der Stock Screener stellt eine Auswahl von Titeln zusammen, die den Kriterien des Anlegers entsprechen. Er arbeiten dabei ähnlich wie ein Tabellenkalkulationsprogramm, dem eine Datenbank mit Unternehmenszahlen zu Grunde liegt. Außer bei Onvista gibt es Aktienfilter auf den Internetseiten von Direktbanken und Online-Brokern.

"Dieses Tool soll aber die Einschätzungen der Analysten nicht ersetzen, sondern nur ergänzen", erklärt Onvista-Vorstand Oidtmann. Einige Anleger würden die Empfehlungen von Analysten nutzen und bei ihrer Suche mit dem Aktienfilter berücksichtigen. "Aber viele Privatanleger wollen sich heute ein eigenes Bild machen. Der eine hält Fundamentaldaten für wichtig, der andere legt Wert auf eine technische Analyse", fügt er hinzu.

In den USA verlassen sich Anleger schon lange auf die so genannten Stock Screener. Die Zahl der Angebote wächst dort. Aber auch in Deutschland ist die Nachfrage nach strukturierten Informationen in den vergangenen Jahren angestiegen, meint Oidtmann von Onvista. Die Frequenz mit der online Kurse abgefragt würden sei zwar noch höher als die Nutzung des Aktienvergleichs, aber dieses Tool werde schon häufiger nachgefragt als die Kommentare der Analysten. Solche Werkzeuge sind aber nichts für Anfänger. Der Anleger muss die Bedeutung der Parameter kennen und diese richtig gewichten. Die Gefahr besteht nämlich, dass die Kriterien falsch gewählt werden.

Martin Weber, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Mannheim, hat noch andere Bedenken: "Solche Suchmaschinen sind zwar emotionslos und lassen sich nicht von Gefühlen in die Irre leiten, aber ihnen fehlen auch viele Informationen. Analysten beobachten über Jahre eine Branche oder ein Unternehmen und kennen neben den Kennzahlen auch das Branchenumfeld oder die Umsatz- und Gewinnpotenziale. Auch Petra Krüll, Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ist skeptisch: "Die Anleger sollten auf jeden Fall auch die Geschäftsaussichten und das Unternehmensumfeld berücksichtigten. Solche Werkzeuge können nur zur groben Orientierung dienen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%