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Störrischer Psychedelic-Rock von der Beta BandDPA-Datum: 2004-07-01 15:48:18

Hamburg (dpa) - Seit mittlerweile sieben Jahren steht die Beta Band für undogmatischen und originellen Pop, der sich weigert ausgetretenen Trend-Pfaden zu folgen. Ende April ist das mit üppig wuchernden Songs vollgepackte Album «Heroes To Zeros» erschienen, dass die Schotten jetzt bei vier Konzerten in Deutschland vorstellen wollen.

Hamburg (dpa) - Seit mittlerweile sieben Jahren steht die Beta Band für undogmatischen und originellen Pop, der sich weigert ausgetretenen Trend-Pfaden zu folgen. Ende April ist das mit üppig wuchernden Songs vollgepackte Album «Heroes To Zeros» erschienen, dass die Schotten jetzt bei vier Konzerten in Deutschland vorstellen wollen.

All denen, die in der Vergangenheit versucht haben, den Sound der Beta Band in Kategorien zu pressen und Listen ihrer Vorbilder und Einflüsse aufzustellen, hat das schottische Quartett immer wieder ein Schnäppchen geschlagen. Dem Epigonen-Vorwurf sprang die Beta Band stets elegant von der Schippe, denn ihre Musik orientierte sich zwar offensichtlich an großen Vorlagen wie dem Harmonie-Pop der Beach Boys und dem Ur-Brit-Rock von The Who, aber die Beta Band schlug immer wieder einen unerwarteten und eigenen Haken.

Anderthalb Jahre lang hat die Beta Band sich Zeit für das dritte Album «Heroes To Zeros» genomen, das üppiger, dichter und voller als seine Vorgänger geworden ist, auch wenn nicht bei jedem Song gleich der Funke überspringen will.

Der Opener «Assessment» klingt ein bisschen sehr nach U2 und deren heillos überkommenem Corporate-Rock-Sound. Vielleicht meinen das die Beta-Band-Mitglieder ironisch, vielleicht auch nicht. Wenn die Beta Band aber von der Stadion-Bühne abhebt, nimmt sie ihre Hörer mit auf verschlungene Wege und trotz dem Herkömmlichen. Sixties-orientierter Pop, Britrock, Elektronik und Percussion vermischen sich mit einem Anflug von Krautrock zu einer facettenreichen Songsammlung.

Mason, Mclean, Jones und Greentree beherrschen noch immer die Kunst der Überraschung, lassen ihre Stücke an Orten enden, an denen man sie nicht erwartet und brechen mit berechenbaren Popsong-Strukturen. Es wird arrangiert was das Zeug hält. Die Beta Band spinnt opulente Pop-Epen. Oft heben die Schotten in schöne, dichte und beeindruckende Sound-Höhen ab, manchmal aber verirren sie sich auch in versponnenen Hippie-Rock oder bedrohlich hüftsteifen Funk-Pop. Interessant bleibt es im Labyrinth aber immer.

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