Stoiber fordert schärfere Kontrollen
Keine neuen Anzeichen für Klauenseuche in Vechta

Nach dem ersten Verdacht auf Maul- und Klauenseuche in der niedersächsischen Weser-Ems haben die Behörden am Montag mehrere hundert Betriebe in dem Sperrbezirk im Kreis Vechta kontrolliert.

Reuters HANNOVER. Nach dem ersten Verdacht auf Maul- und Klauenseuche in der niedersächsischen Tiermasthochburg Weser-Ems haben die Behörden am Montag mehrere hundert Betriebe in dem Sperrbezirk im Kreis Vechta kontrolliert. Bislang gebe es keine neuen Anzeichen für eine Ausbreitung der Krankheit, teilte das Landwirtschaftsministerium am Mittag in Hannover mit. Auf dem Hof in Damme waren am Sonntag 99 Kälber getötet worden, nachdem der Landwirt bei ihnen hohes Fieber und Bläschen am Maul festgestellt hatte. Für einen Hof im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein gab das Bundeslabor in Tübingen Entwarnung.

Auch die übrigen 1000 Kälber des Betriebes des Bauern aus Damme, die in drei weiteren Ställen untergebracht sind, zeigten nach Angaben des Agrarministeriums in Hannover weiterhin keine Auffälligkeiten. Bei den getöteten Kälbern waren die ersten Schelltests an Blut- und Gewebeproben am Sonntag negativ ausgefallen. Klarheit über den Seuchenverdacht wird vom Tübinger Bundeslabor für Viruserkrankungen bis Mittwoch erwartet. Die Veterinärbehörden schlossen weiterhin nicht aus, dass die Krankheitssymptome möglicherweise auch auf eine andere Infektion zurückzuführen sein könnten.

Verdachtssperrbezirk eingerichtet

Im dem weiträumig eingerichteten Verdachtssperrbezirk um den Hof war das öffentliche Leben aus Sorge vor einer möglichen Übertragung des Seuchenvirus am Montag teilweise eingeschränkt. Viele Schüler von Bauernhöfen gingen nicht zur Schule. Polizeibeamte überwachten an den Ausfallstraßen das seit Sonntag geltende absolute Verbot von Tiertransporten.

Die Region Vechta gilt europaweit als Hochburg der Tiermast. Bei einer Bestätigung der Seuche rechnen die Veterinärbehörden mit einem Schaden in Milliardenhöhe. Allein im Landkreis Vechta gibt es nach offiziellen Angaben etwa 100 000 Rinder und 860 000 Schweine, im gesamten Bezirk Weser-Ems sind es weit über sechs Millionen Klauentiere.

MKS-Verdacht in Schleswig-Holstein ausgeräumt

Der Verdacht auf Maul- und Klauenseuche in einem Schweinemastbetrieb in Risum-Lindholm in Schleswig-Holstein ist inzwischen endgültig ausgeräumt. Die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen teilte nach Angaben des Landesagrarministerium mit, dass in 60 Blutproben des Bestandes keine MKS-Viren nachgewiesen wurden. Die erkrankten Tiere hätten ähnliche Krankheitssymptome gezeigt wie bei Maul- und Klauenseuche. Die Polizei in ganz Deutschland kontrolliert weiter die Einhaltung der EU-weiten Transport-Einschränkungen von Klauentieren.

BSE: Stoiber fordert schärfere Kontrollen

Stoiber forderte in der "Bild"-Zeitung angesichts der BSE-Krise, Fleisch aus Osteuropa oder Argentinien müsse "genauso getestet" werden wie deutsches Fleisch. Der CSU-Chef kritisierte, die Bundesregierung habe bisher nicht die Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb in der Landwirtschaft geschaffen. Stoiber forderte die Regierung auf, dafür zu sorgen, "dass sich nicht nur die Besserverdienenden unbedenkliche und gesunde Lebensmittel leisten können".

Neuseeland hat inzwischen gegen eine deutsche Informationsbroschüre über BSE beim Verbraucherschutzministerium in Berlin protestiert. Nach Angaben von Neuseelands Landwirtschafts- und Handelsminister Jim Sutton wird in der Broschüre der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) behauptet, neuseeländische Schafe litten unter Scrapie, einer BSE-verwandten Tierkrankheit. "Das ist eine empörende Unwahrheit", sagte Sutton. Er bezeichnete die Broschüre, die in einer Auflage von mehr als 33 Mill. erschienen ist, als einen Fall von "Handelssabotage". Die Schafe in Neuseeland und Australien seien seit den fünfziger Jahren Scrapie-frei.

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