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Stoiber für Mehrarbeit ohne LohnausgleichDPA-Datum: 2004-06-26 12:30:10

München (dpa) - Die Deutschen müssen nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bereit sein, nach dem Beispiel von Siemens auch ohne zusätzlichen Lohn mehr zu arbeiten.

München (dpa) - Die Deutschen müssen nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bereit sein, nach dem Beispiel von Siemens auch ohne zusätzlichen Lohn mehr zu arbeiten.

«Flexible Lösungen für eine gewisse Mehrarbeit sind eines der wirksamsten Mittel, um die Abwanderung von tausend Arbeitsplätzen täglich aus Deutschland zu stoppen», sagte Stoiber in einem dpa-Gespräch in München. Er kündigte an, im Fall eines Sieges bei der Bundestagswahl 2006 werde die Union das Tarifvertragsgesetz so ändern, dass es eine klare Grundlage für betriebliche Bündnisse für Arbeit schafft.

Stoiber nannte die Vereinbarung, die der Siemens-Konzern vergangene Woche mit der IG Metall zur Rettung von Arbeitsplätzen getroffen hat, ein «positives Signal für ganz Deutschland». Danach wird an bestimmten Standorten die Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Stunden ausgedehnt. «Das ist eine zukunftsweisende Weichenstellung», sagte Stoiber. «Die Vereinbarung zeigt, dass wir bei entsprechendem Willen alle Chancen haben, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.»

Der CSU-Chef appellierte an die Wirtschaft, dem Beispiel von Siemens zu folgen. «Leider gehen viel zu viele Unternehmer den leichteren Weg und verlagern Arbeitsplätze ins Ausland, weil sie die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften scheuen.» Der Fall Siemens habe aber gezeigt, dass auch die Gewerkschaften inzwischen bereit seien, im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen flexible Wege zu gehen.

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