Stoiber: Merkel erfüllt Voraussetzungen
Stoiber verneint Ambitionen auf Kanzlerkandidatur

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat sich erneut gegen eine Kanzlerkandidatur für die Union im Jahr 2002 ausgesprochen. Stoiber sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Die Zeit": "Ich sage in aller Deutlichkeit: Ich strebe keine anderen politischen Ämter an. Ich will Ministerpräsident in Bayern bleiben."

Reuters BERLIN. Ähnlich hatte Stoiber sich in der Vergangenheit mehrmals geäußert, ohne dass in der Union oder in der Öffentlichkeit Mutmaßungen über seine tatsächlichen Absichten verstummt wären. In jüngsten Umfragen schnitt er deutlich besser ab als die ebenfalls als Kandidatin in Betracht kommende CDU-Chefin Angela Merkel.

Merkel sieht sich in der Union zudem immer wieder dem Vorwurf von Führungsschwäche ausgesetzt. Ihr Agieren in der Frage der CDU-Spitzenkandidatur für die Berliner Neuwahl wurde in Teilen der CDU als unglücklich empfunden. Merkels Vorgänger Wolfgang Schäuble war zunächst als aussichtsreicher Anwärter im Gespräch gewesen. Schließlich hatte der Berliner Landesverband sich aber doch für den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus, Frank Steffel, entschieden.

Unmut aus der Wirtschaft

Auch aus der Wirtschaft kam Unmut über die Vorgehensweise in der Berliner Kandidaturfrage. Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, sagte der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe), es sei eine Katastrophe, wie Schäuble dabei beschädigt worden sei. Merkel und Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) haben nach Angaben der CDU-Bundesgeschäftsstelle am kommenden Dienstag ein Treffen mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden. Dieses sei aber schon längerfristig vereinbart gewesen.

Zu seinem guten Abschneiden in Umfragen zur Kanzlerkandidatur unter Unionsanhängern sagte Stoiber: "Das sind Momentaufnahmen, von denen man sich nicht beeinflussen lassen darf." Über Merkel sagte er, sie habe "absolut die Voraussetzung, das politisch wichtigste Amt in Deutschland auszufüllen". Stoiber nannte erneut Namen von Unionspolitikern, die im Bundestagswahlkampf für bestimmte Themen stehen sollten: für die Außenpolitik den früheren Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU), für Renten und Gesundheit Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU). Im vergangenen Monat hatte Stoiber mit der nicht mit der CDU abgestimmten Forderung nach einer Kernmannschaft für den Wahlkampf und Namensnennungen dafür in der CDU-Führung Verwunderung ausgelöst.

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