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Stolpe trotz Skepsis der Fachleute optimistisch: Maut pünktlich

Nach mehr als zwei Jahren Streit und Gezerre sieht Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) die Einführung der LKW-Maut trotz Skepsis von Fachleuten im Plan.

dpa-afx MÜNCHEN. Nach mehr als zwei Jahren Streit und Gezerre sieht Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) die Einführung der LKW-Maut trotz Skepsis von Fachleuten im Plan. "Die technischen und gesetzlichen Voraussetzungen für einen Mautstart im Januar 2005 sind gegeben", sagte Stolpe am Sonntag beim Unternehmertag der Speditions- und Logistikbranche in München. Die Maut-Geräte (On-Board-Units, Obus) erreichten inzwischen eine Fehlerquote um die ein Prozent. Einzelne Fehler wie die Wiedereinbuchung nach Auslandsfahrten seien weitgehend behoben. Das LKW-Maut-System wird vom Konsortium Toll Collect aufgebaut, das vor allem aus Daimlerchryser und aus der Deutschen Telekom besteht.

"Die Zusammenarbeit mit den Managern von Toll Collect läuft gut", sagte der Minister. Seit dem 20. September werde das ganze System unter Volllast geprüft, die Generalprobe laufe erfolgreich. Derzeit seien rund 200 000 Obus ausgeliefert, sagte der Minister. Der Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbands, Manfred Boes, kritisierte, die Einbauquote sei unbefriedigend. Toll Collect habe sich mit der Ankündigung, bis zum Jahresende 500 000 Geräte einbauen zu wollen, "wohl etwas zu weit vorgewagt." Nach Ansicht von Verkehrsexperten müssen mindestens 400 000 der insgesamt 800 000 mautpflichtigen LKW bis zum Stichtag mit Obus ausgestattet werden, um ein Verkehrschaos zu vermeiden.

Einer Mitgliederbefragung des Verbands zufolge seien bereits für mehr als drei Viertel der registrierten Fahrzeuge Obus bestellt worden, sagte Boes. "Man kann den Spediteuren nicht den Vorwurf machen, die Mauteinführung verzögern zu wollen", sagte Boes. Die Verantwortung sei vielmehr bei Toll Collect zu suchen. "Bis Mitte Oktober sind weniger als die Hälfte der fehlenden Obus ausgeliefert worden", sagte Boes. Viele LKW-Fahrer müssten sich deshalb ab Januar an Automaten in Raststätten einbuchen.

"Das oberste Gebot ist, dass der Verkehr flüssig bleibt", sagte Stolpe. Mehr als 5 000 Helfer sollen in der Startphase an Raststätten zum Einsatz kommen und LKW-Fahrern bei der Einbuchung helfen. Auch werde diskutiert, ob man zusätzlich Callcenter anbieten werde, sagte Stolpe. "Ich setze darauf, dass die Logistikbranche den Prozess kritisch begleitet und Hinweise gibt, wo etwas nicht läuft."

Trotz der Skepsis betonte Boes, es habe wenig Sinn, den Starttermin immer wieder in Frage zu stellen. "Damit ist weder den Spediteuren, noch der verladenden Wirtschaft gedient." Man müsse vielmehr alles dafür tun, dass die Unternehmen endlich Vertrauen in das System und damit auch Planungssicherheit gewinnen.

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