"Stolz auf die Mannschaft"
Frankfurts Fußballerinnen gewinnen UEFA-Cup

Die Fußball-Frauen des 1. FFC Frankfurt haben sich einen Platz in den Annalen gesichert. Mit dem Gewinn des erstmals ausgetragenen UEFA-Pokal schrieb der deutsche Meister und Pokalsieger Geschichte - und die Spielerinnen krönten sich zur Europas Fußball-Königinnen.

dpa FRANKFURT/MAIN. "Wir haben geerntet, was wir uns in zehn Jahren harter Arbeit aufgebaut haben", jubelte FFC-Manager Siegfried Dietrich nach dem 2:0 (0:0)-Erfolg gegen den schwedischen Titelträger Umea IK am Donnerstagabend im Frankfurter Waldstadion. Trainerin Monika Staab war "stolz auf diese Mannschaft", die eine "echte Werbung für den Frauenfußball" abgeliefert hat. Für die Torschützinnen Steffi Jones (68.) und Birgit Prinz (89.) war die letzte große Partie im abrissreifen Waldstadion ein emotionales Abschiedsgeschenk. Prinz besteigt bereits am Samstag den Flieger Richtung USA. Bei Corolina Courage will die 24-Jährige, die Staab als beste Stürmerin der Welt bezeichnet, in den nächsten Monaten für harte Dollars auf Torejagd gehen. Jones muss sich noch ein paar Tage gedulden, ehe auch sie in die amerikanische Profi-Liga (Washington) wechselt. Sie erhält erst "grünes Licht", wenn auch der deutsche Meistertitel verteidigt ist.

Doch das ist nur noch Formsache. Mit elf Punkten Vorsprung vor dem FFC Turbine Potsdam und dem FCR Duisburg kann bereits am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den Hamburger SV das "Triple" perfekt sein und der 1. FFC Frankfurt zur erfolgreichsten Vereinsmannschaft des Kontinents in dieser Saison werden. "Wenn wir nach den Feiern 1:0 gewinnen, bin ich schon zufrieden", sagte Staab. Die Frankfurterinnen unterstrichen auch gegen die in 62 Punktspielen ungeschlagenen Schwedinnen ihre Ausnahmestellung. National sind die Hessinnen der Konkurrenz sowohl sportlich als auch wirtschaftlich um Längen voraus. Auch in Europa ist die Konkurrenz rar gesät, der neu geschaffene Pokal könnte für einige Jahre vom FFC "gepachtet" werden. "Es war ein guter Auftakt mit einem tollen Finale für den neuen Wettbewerb. Die Leistungen werden immer besser", lobte UEFA-Generalsekretär Gerhard Aigner. Die Fortsetzung ist gesichert, erklärte Aigner, der allerdings Änderungen im Austragungsmodus der Vorrunde für möglich hält.

Dietrich stellte die Zuschauerzahl fast über den Pokal-Gewinn. "Trotz des Dauerregens haben wir 12 100 Zuschauer angelockt. Das ist ein Traum", sagte der FFC-Manager. "Die sind alle nur unseretwegen gekommen", war auch Nationalspielerin Renate Lingor wie ihre Mannschaftskameradinnen von der Resonanz angetan. Finanziell war es dagegen nicht das "Aha-Erlebnis". Gerade einmal 500 Euro Prämie gehen an die Spielerinnen, allerdings nicht allein für den UEFA-Cup, sondern gleich mit für DFB-Pokal und Meisterschaft. "Geld und Aufwand stimmen zwar nicht, aber das ist eben so", meinte Renate Lingor.

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