Stolz und Ungerechtigkeit
Türkischer Trainer enttäuscht über Ergebnis

Als ungerecht hat der türkische Trainer Senol Günes die 1:2-Niederlage seiner Mannschaft am Montag gegen den vierfachen Weltmeister Brasilien bezeichnet.

Reuters ULSAN. Günes haderte im Besonderen mit dem von Schiedsrichter Kim Young Joo vergebenen Foulelfmeter, den Rivaldo in der 87. Minute zum 2:1 für Brasilien verwandelte. "Wir kamen hierher mit Stolz und spielten die Partie mit Stolz...wir brachten eine große Leistung, aber wir konnten nicht bekommen, was wir verdienten", sagte der Trainer nach dem Spiel im südkoreanischen Ulsan. "Da ist eine Ungerechtigkeit in dem Ergebnis. Ich muss das sagen, eine Ungerechtigkeit."

Die Türkei, die erstmals seit 1954 an einer WM-Endrunde teilnimmt, war in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit überraschend in Führung gegangen. Hasan Sas nahm eine vom Leverkusener Yildiray Bastürk hereingeschlagene Flanke aus vollem Lauf auf und schoss den Ball ins kurze Eck. "In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, aber wir haben Brasilien zu viele Möglichkeiten gegeben", sagte Günes. In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft das Spiel kontrolliert, den Brasilianern aber zu viele Möglichkeiten eingeräumt.

Die Träume von einen 1:0-Sieg über die Favoriten aus Brasilien zerplatzten bereits in der 50. Minute. Ronaldo nahm eine Flanke von Rivaldo mit dem rechten Fuß volley und lenkte den Ball an Torwart Rüstü Recber vorbei ins Netz. Nach fast drei Jahren schoss der lange Zeit verletzte Ronaldo damit erstmals wieder ein Tor für Brasilien in einer internationalen Partie, die kein Freundschaftsspiel war.

"Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Wir haben ihn aus anderen Gründen nicht erhalten, die ich jetzt nicht erwähnen will", sagte Günes. Sein Mittelfeldspieler Emre Belözoglu wurde deutlicher. Das Foul, das zu dem Elfmeter führte, habe vor dem Strafraum stattgefunden, sagte er. Alpay Özalan hatte den auf das Tor zustürmenden Luizao am Trikot festgehalten. Özalan wurde für das Foul vom Platz gestellt.

Für Aufregung sorgte eine weitere Rote Karte, mit der der Schiedsrichter Hakan Ünsal vom Platz stellte. Ünsal hatte den an der Eckfahne stehenden Rivaldo angeschossen. Der vom Ball am Bein getroffene Starspieler des FC Barcelona schlug sich die Hände vor sein Gesicht und brach zusammen. Rivaldo äußerte sich nach der Partie erleichtert über den Sieg seiner Mannschaft. "Wenn du 1:0 verlierst, ist es immer schwer. Ich hatte großes Vertrauen in meine Mannschaftskameraden, dass wir in der zweiten Halbzeit das Spiel noch umdrehen können." Der brasilianische Trainer Liuz Felipe Scolari verwies auch auf die Bedeutung des Spiels in der Heimat. "Ich bin sicher, dass die Brasilianer glücklich sind", sagte er.

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