Stopp-Loss-Verkäufe lassen Kurs einbrechen
Infineon-Aktie auf Allzeittief

Stopp-Loss-Verkäufe und ein insgesamt schwaches Börsenumfeld haben nach Händlerangaben die Aktien des Münchener Halbleiterkonzerns Infineon Technologies am Freitagnachmittag auf ein Allzeittief geschickt. Bis 17.15 Uhr MESZ brach der Hochtechnologiewert um 8,2 % auf ein Allzeittief von 23,20 Euro ein. Damit fiel das Papier auch unter den Emissionspreis von 25 Euro, der für die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung im Juli festgelegt worden war.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) drehte nach einer zunächst freundlichen Tendenz im weiteren Verlauf ins Minus und notierte am Nachmittag mit 5 387 Zählern 2,2 % unter seinem Vortagesschluss. "Stopp-Loss-Aufträge" sind die von Anlegern festgesetzte Verkaufsmarken zur Eingrenzung von Kursverlusten.

Ein Händler beim Börsenmakler Lang & Schwarz sagte, dass Stopps bei 24,14 Euro ausgelöst worden seien. Dies sei das Tief der letzten Abwärtsbewegung gewesen. Nach dem Durchbrechen dieser Marke habe sich der Abwärtsdruck auf das High-Tech-Papier deutlich beschleunigt. Darüber machten Händler den schwache Eröffnung der US-Börsen für die herben Kursverluste bei Infineon verantwortlich. Nach rund anderthalb Handelsstunden notierte der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 2,1 % tiefer auf 1 921 Punkten.

Infineon - Intraday-Chart

Ein anderer Händler verwies zur Begründung der Kursabschläge auf eine Bewertung der Hardwarehersteller durch Goldman Sachs. Die Investmentbank hatte an diesem Freitag die Gewichtung der europäischen Hardwarehersteller im Technologiesektor in ihrem europäischen Modell-Portfolio auf "untergewichten" von "neutral" geändert. Auftragseingänge für Kommunikationsgeräte sowie Zahlen zum PC-Absatz deuteten darauf hin, dass das dritte Quartal für den Sektor enttäuschend ausfallen könnte, teilte die Bank weiter mit. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Umsatz- und Ergebnisprognosen der Hardwarehersteller im Technologiesektor weiter revidiert werden müssen. Solche Schritte könnten ausreichend stark ausfallen, um einen negativen Effekt auf die Aktienkurse zu haben."

Infineon, der zweitgrößte Halbleiterhersteller in Europa, hatte im Juli aus seiner Kapitalerhöhung 1,5 Mrd. Euro eingenommen. Das gesamte Emissionsvolumen hatte 60 Mill. Aktien betragen, der Platzierungspreis war mit 25 Euro festgelegt worden.

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