Storck-Gruppe
Rückruf von Merci-Schokolade

Nach Salmonellen-Funden in Schokolade weitet sich kurz vor Weihnachten die Rückrufaktion drastisch aus: Die Storck- Gruppe warnte am Freitag auch vor dem Verzehr von Merci- Schokoriegeln und weiteren Süßigkeiten.

dpa BERLIN. Obwohl bisherige Tests in Merci-Produkten keinerlei Salmonellen gezeigt hätten, seien auch diese Produkte aus den Läden zurückgerufen worden, teilten die Unternehmen Merci (Berlin) und Wiha (Halle/Westfalen) mit, die beide zur Storck-Gruppe gehören. Der wirtschaftliche Schaden sei "überhaupt nicht abzuschätzen", gehe aber in jedem Fall in Millionenhöhe.

"Es handelt sich um etliche Mill. Tafeln Schokolade. Es gibt nur wenige Geschäfte in Deutschland, die 'Merci' nicht im Angebot haben", sagte der Sprecher der Storck-Gruppe, Bernd Rößler, in Berlin. Auch über einen möglichen Image-Schaden herrsche noch keine Klarheit. Im Vordergrund stehe jedoch der Verbraucherschutz. Die Schoko-Tafeln würden gesammelt, gelagert und dann vernichtet. Wie das geschehen soll, sei im Moment noch unklar.

In einer von Käufern zurückgegebenen und originalverpackten Schokoladentafel der Marke Chateau haben Lebensmittelbehörden derweil Salmonellen nachgewiesen. Es handele sich um eine Tafel der von Storck bereits am 18. Dezember zurückgerufenen Charge 45, berichtete Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz in Berlin. Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen durch "Salmonella oranienburg" war bis Freitag auf 308 Fälle gestiegen, berichtete das Robert Koch-Institut in Berlin.

Betroffen von der neuen Rückrufaktion sind "Merci Vielfalt" und "Merci Pur" mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 01.04.02 oder 01.05.02. Zurückgerufen wurden ferner Tafelschokolade und Riegel der Sorten "Chateau", "Choceur", "van Bolten Nussbeisser" und "Riquet Nussknacker" der Haltbarkeitsdaten 04/2002 und 05/2002. Diese Produkte wurden nur über die Handelskette Aldi vertrieben, Merci auch in anderen Läden. Die Warnung beziehe sich auf alle Sorten und Verpackungsgrößen mit den angegebenen Daten.

Die Schokoladen mit den genannten Mindesthaltbarkeitsdaten können von den Verbrauchern in den Läden gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. Im Südwesten Deutschlands nahmen die Händler in allen 1200 Edeka-Märkten die betroffenen Produkte aus den Regalen, wie es von Edeka in Baden-Württemberg hieß. Auch die Drogeriekette Rossmann stoppte nach der Warnung durch Storck den Verkauf in allen 650 Filialen in Nord- und Ostdeutschland, sagte ein Sprecher in Hannover.

Die Schokoladen-Hersteller betonten, es handele sich im Falle von Merci um eine Vorsorgemaßnahme. Nach dem Salmonellenfund in Produkten der Unternehmens-Gruppe könne nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass bei diesen Süßigkeiten eine Gefahr für Verbraucher bestehe. Nach Aufkommen des Verdachts auf Salmonellen in Schokolade eines Unternehmens der Storck-Gruppe vor einigen Tagen habe die Gruppe umfangreiche Untersuchungen aller Produkte und Chargen von unabhängigen Instituten vornehmen lassen.

Salmonellen können Durchfall, Übelkeit und Fieber auslösen. Die Krankheit ist meldepflichtig. Bei abwehrgeschwächten oder älteren Menschen können die Bakterien bis ins Blut vordringen und lebensbedrohlich werden. Einer von 1000 Salmonellenfällen endet tödlich.

Das Unternehmen Merci hat eine telefonische Hotline eingerichtet, bei der sich Verbraucher rund um die Uhr melden können. Sie lautet: 0800-8800385.

Die Berliner Senatsverwaltung für Soziales und das Ernährungsministerium in Baden-Württemberg warnten unterdessen ähnlich wie Behörden in anderen Bundesländern vor dem Verzehr asiatischer Geleebonbons. Wegen eines pflanzlichen Zusatzstoffes mit der Bezeichnung E 425 könne es zu erheblichen Gesundheitsproblemen kommen, wenn die Bonbons unzerkaut heruntergeschluckt werden, teilte die Verwaltung mit. In den USA, Kanada und Japan sei es zu Todesfällen gekommen. Insbesondere Kinder seien gefährdet.

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