Stornierungen wegen Krieg und SARS: Fluggast-Zahlen sinken dramatisch

Stornierungen wegen Krieg und SARS
Fluggast-Zahlen sinken dramatisch

Die Krise der Luftfahrt verschärft sich zusehends. Den Unternehmen bricht die Nachfrage weg.

ebe DÜSSELDORF. Die weltweite Luftfahrtkrise verschärft sich mit jedem Kriegstag im Irak. Nach gestern veröffentlichten Zahlen des europäischen Airline-Verbands AEA hat der Krieg für einen weiteren Buchungseinbruch gesorgt: In der ersten Kriegswoche brach der Flugverkehr in den Mittleren Osten um 42,2 % ein, der Europaverkehr ging um 14,8 % zurück, die Nordatlantikstrecken büßten 10,2 % ein. "Unsere Industrie geht durch die schlimmste Krise ihrer Geschichte", sagte AEA-Hauptgeschäftsführer Ulrich Schulte-Strathaus. Die US-Investmentbank Merrill Lynch schreibt in einer aktuellen Studie: "Die Firmen können die Kosten, die Kapazitäten und den Cash-Bestand kontrollieren. Aber sie haben keine Kontrolle über die Nachfrage."

Während die Deutsche Lufthansa prüft, Kurzarbeit anzuordnen, steht die weltgrößte Fluggesellschaft American Airlines offenbar dicht vor dem Konkurs. Der Mutterkonzern AMR setzte den Gewerkschaften gestern eine letzte Frist, um Tarifkonzessionen in Höhe von 1,8 Mrd. $ pro Jahr durchzusetzen. Für den Fall eines Scheiterns kündigte AMR an, umgehend zum Konkursrichter zu gehen. Dies wäre das größte Insolvenzverfahren in der Luftfahrtgeschichte.

Der Konkurrent US Airways wählte gestern den umgekehrten Weg. Mit Hilfe eines Kredits von einer Milliarde Dollar verabschiedete sich die siebtgrößte US-Fluglinie aus dem Konkursverfahren. Die neue US Airways habe nur noch zwei Drittel der Größe, die sie vor den Terrorattacken im September 2001 hatte, sagte Konzernchef David Siegel. 36 % aller Mitarbeiter verloren ihren Job.

Asien ist, auch wegen der Lungenkrankheit SARS, ebenfalls von der Krise infiziert. Seit Kriegsbeginn hätten mehr als 30 000 Passagiere einen gebuchten Auslandsflug storniert, teilte Asiens größte Fluglinie Japan Airlines mit.

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