Stoxx-50-Index verliert zwei Prozent
Motorola-Gewinnwarnung belastet europäische Börsen

Die europäischen Börsen sind zum Wochenausklang schwächer geschlossen. Die am Mittag veröffentlichte Gewinnwarnung des US-Handy- und Chipherstellers Motorola habe die ohnehin schlechte Stimmung zusätzlich belastet, sagten Marktteilnehmer. Am Donnerstag nach US-Börsenschluss hatte bereits der Computerhersteller Sun Microsystems mitgeteilt, sein Gewinn werde voraussichtlich unter den Analysten-Erwartungen liegen. Unter den Technologiewerten seien insbesondere die Telekom-Ausrüster von den schlechten Nachrichten unter Druck gesetzt worden, hieß es.

rtr DÜSSELDORF. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz sank bis gegen 18.55 Uhr MEZ um 2,05 % auf 4095,78 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 2,42 % auf 4239,90 Punkte nachgab.



London: Index auf 16-Monats-Tief

An der Londoner Börse fiel das Börsenbarometer am Freitag auf ein 16-Monats-Tief. Der FTSE schloss 0,99 % niedriger bei 5943,7 Punkten. Die schlechten Nachrichten aus den USA hätten die Stimmung getrübt, sagten Händler. CMG brachen um 13,75 % auf 699-1/2 Pence ein und ARM verloren 4,43 % auf 352-23/59 Pence. Marconi rutschten um 6,29 % auf 483-5/8 Pence ab. Die Schwergewichte Vodafone und British Telecom verbilligten sich um 2,64 % auf 184-1/2 Pence beziehungsweise um 1,65 % auf 583-58/97 Pence. GlaxoSmithKline verloren nach vorangegangenen Kurssteigerungen 2,19 % auf 1912 Pence und waren damit für ein Minus des FTSE von elf Punkten verantwortlich.



Zürich: Nestle limitieren Abwärtspotenzial

An der Schweizer Börse wurde das Abwärtspotenzial von Kursgewinnen des Schwergewichtes Nestle limitiert. Die Aktie legte 1,27 % auf 3595 sfr zu. Der SMI büßte 0,59 % auf 7607,20 Punkte ein. Händlern zufolge wird Nestle angesichts der aktuellen Technologie-Schwäche als "sicherer Hafen" angesehen. Die Banken, die am Mittag noch für einige Unterstützung gesorgt hatten, drehten im Tagesverlauf ins Minus. UBS verloren 2,26 % auf 259 sfr. Zu den wenigen Gewinnern gehörten Swiss Re und ABB, die sich nach vorangegangenen Verlusten um 0,91 % auf 3450 sfr beziehungsweise um 2,19 % auf 140 sfr erholten. Unter den Technologiewerten verbuchten SEZ ein Minus von 7,98 % auf 980 sfr.

Paris: CAC 40 auf 14-Monats-Tief

In Paris schloss der CAC 40 auf einem 14-Monats-Tief. Das Börsenbarometer verlor 2,38 % auf 5322,84 Zähler. Nach der Motorola-Gewinnwarnung durchbrach der CAC 40 die wichtige Unterstützungslinie von 5400 Punkten, sagten Händler. France Telecom verloren 4,9 % auf 64 Euro. Alcatel wurden nach Aussagen von Brokern zusätzlich von mehreren Herabstufungen belastet und rutschten um 7,61 % auf 42,50 Euro ab. Dem Abwärtstrend folgten STMicroelectronics mit einem Minus von 6,82 % auf 36,22 Euro.



Mailand: Banken unter Druck

Im Mailänder Handel standen neben den Technolgiewerten die Banken unter Druck. Banca Fideuram verloren 1,2 % auf 12,71 Euro und Mediolanum 1,13 % auf 12,47 Euro. Der Mib30 büßte 1,52 % auf 39 913 Punkte ein. Tiscali verloren zum Sitzungsende 0,61 % auf 16,03 Euro. Der Online-Anbieter hatte zuvor die Schließung der Schweizer World-Online-Sparte angekündigt.

Madrid: Ferrovial legen zu

An der madrilenischen Börse verlor der Ibex 0,79 % auf 9344,8 Zähler. Die Stimmung am Markt sei angesichts der jüngsten Hiobs-Botschaften sehr schlecht, sagte ein Fonds-Manager. Zinssenkungen könnten kaum für Entlastung sorgen, da es starke Überkapazitäten in der Technologiebranche gebe. Das Schwergewicht Telefonica verlor 1,03 % auf 17,32 Euro. Die Internet-Tochter Terra Lycos rutschte um 4,79 % auf 12,91 Euro ab. Gegen den Markttrend legten Ferrovial um 3,72 % auf 17,57 Euro zu, nachdem sie zuvor ihre Geschäftszahlen vorgelegt hatten.

Amsterdam: Index auf 15-Monats-Tief

Die niederländischen Aktien sind zum Wochenausklang auf einem 15-Monats-Tief aus dem Handel gegangen. Der AEX schloss 1,5 % niedriger bei 585,29 Stellen. Am Markt greife die Furcht vor weiteren Gewinnwarnungen und einer US-Rezession um sich, sagten Broker. Neben den Technologiewerten hätten vor allem die Banken das Börsenbarometer belastet. ABN Amro verbilligten sich um 1,5 % auf 23,58 Euro und Aegon um 2,85 % auf 34,71 Euro. Philips wurden Händlern zufolge zusätzlich von einer Herabstufung belastet und verloren 6,01 % auf 34,40 Euro. Gegen den Trend festigten sich UPC um 7,22 % auf 10,40 Euro. Die Anleger seien erleichtert, dass dem Unternehmen von seiner Muttergesellschaft eine Kapitalspritze für weitere Expansionen gewährt worden sei. KPN festigten sich nach Medienberichten über Verhandlungen des deutschen Telekom-Regulierers mit den UMTS-Linzenznehmern über eine Abschwächung der Auflagen zum Aufbau des Mobilfunknetzes der dritten Generation um 5,2 % auf 12,94 Euro. Experten rechnen bei einem Erfolg der Gespräche mit einem geringeren Investitionsaufwand.



Wien: Gewinnmitnahmen bei Verbund

Die österreichischen Aktienwerte sind parallel zu den europäischen Märkten schwächer aus der Sitzung gegangen. Der ATX verlor 0,64 % auf 1197,02 Euro. Im internationalen Vergleich habe sich die Wiener Börse jedoch gut gehalten, hieß es. Gewinnmitnahmen hätten den Kurs des Energieversorgers Verbund um 3,58 % auf 129,20 Euro gedrückt. Telekom Austria büßten 3,45 % auf 6,15 Euro ein. Zulegen konnten unterdessen Wienerberger, die Brokern zufolge von Übernahmegerüchten profitierten und sich um 1,38 % auf 23,53 Euro festigten.



Brüssel: Fortis hat Index gestützt In Brüssel tendierten die Aktien knapp behauptet. Der Bel20 gab um 0,14 % auf 2952,78 Stellen nach. Seine Unterstützung habe der Markt vor allem von den Kursgewinnen des Schwergewichtes Fortis erhalten, sagten Händler. Die Aktie verteuerte sich um 0,62 % auf 30,70 Euro. Dexia legten 1,47 % auf 179,80 Euro zu. Telindus verbuchten nach der Motorola-Gewinnwarnung ein Minus von 7,69 % auf zwölf Euro.



Stockholm: Kräftige Verluste bei Nokia

Die Kurse an der Stockholmer Börse gaben am Freitag im Sog der schwachen US-Vorgaben kräftig nach. Der OMX verlor 2,18 % auf 942,01 Punkte. Die Schwergewichte Ericsson und Nokia seien von der schlechten Motorola-Nachricht besonders stark unter Druck gesetzt worden, sagten Händler. Die Aktien rutschten bei hohen Umsätzen um 3,7 % auf 78 skr beziehungsweise um 6,11 % auf 215 skr ab. Erstere litten zudem noch unter einer herabgesetzten Gewinnprognose von Goldman Sachs, während Letztere vom selben Institut herabgestuft wurden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%