Strafanzeige erstattet
KZ Dachau ist geschändet worden

Die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau bei München ist in der Nacht zum Sonntag mit Parolen beschmiert worden. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern in München mitteilte, sprühten Unbekannte an zwei Barackenwände auf je 50 Metern Länge antijüdische und antiamerikanische Parolen wie "Jud verrecke" und "Amis sind Kriegsverbrecher".

afp MÜNCHEN/STRALSUND/BERLIN. In Stralsund zündeten Rechtsextreme während einer Trauerkundgebung wegen der Terror-Anschläge in den USA am Sonntag eine US-Flagge an. Die Gruppe wurde von der Polizei wegen "Verletzungen von Flaggen und Hoheitszeichen ausländischer Staaten" angezeigt. Der Grünen-Innenpolitiker Cem Özdemir verurteilte die Schändung der KZ-Gedenkstätte und äußerte sich zugleich "bestürzt" über das Verhalten der Rechtsextremen in Stralsund.

Die Schändung in Dachau wurde der Polizei nach deren Angaben am Sonntagmorgen von Passanten gemeldet. Die Leitung der Dachauer Gedenkstätte erstatte demnach Strafanzeige. Nach Angaben der Polizei in Stralsund hatte die siebenköpfige Gruppe von Rechtsextremisten die US-Flagge offenbar selbst zu der Demonstration von rund 100 Stralsunder Bürgern mitgebracht. Den Rechtsextremen wurden demnach von Zivilpolizisten umgehend Platzverweise erteilt. Die Beamten nahmen die Personalien auf.

Özdemir äußerte in Berlin die Hoffnung, dass die Täter von Dachau "bald ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden". Das Verbrennen der US-Fahne in Stralsund nannte der Grünen-Politiker mit Blick auf die Trauer um die Anschlags-Opfer "zutiefst menschenverachtend und zynisch".

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