Strafanzeigen von enttäuschten Anlegern
Zeitung: Ermittlungen gegen Intershop-Spitze eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat einem Zeitungsbericht zufolge Ermittlungsverfahren gegen den Chef der Softwarefirma Intershop Communications AG, Stephan Schambach, sowie gegen seinen Finanzvorstand Wilfried Beeck eingeleitet. Wie die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde berichtete, werde wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Börsengesetz ermittelt. Die Staatsanwaltschaft war zunächst für Auskünfte nicht zu erreichen.

dpa HAMBURG/JENA. Die vier Strafanzeigen stammen den Angaben zufolge von enttäuschten Anlegern, die behaupteten, durch den Kurssturz der Intershop-Aktien geschädigt worden zu sein. Sie werfen Schambach und Beeck Kursmanipulationen vor. Der Aktienkurs des ehemaligen Stars der Internetbranche am Neuen Markt mit Firmensitzen in Hamburg und Jena war zum Jahresbeginn nach einer Gewinnwarnung um bis zu 70 % eingebrochen und in den Folgemonaten weiter gesunken.

Der Intershop-Vorstandsvorsitzende Schambach reagierte gelassen auf die Anzeigen. "Wir haben nichts zu befürchten", äußerte er in einem Interview mit dem Wirtschaftsportal Manager Magazin Online. Das ganze sei allerdings ärgerlich und schade dem Image. Beeck erklärte in der "Financial Times Deutschland": "Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Keiner von uns hat Aktien verkauft." Intershop-Sprecher Heiner Schaumann sagte der dpa, die Firmengründer von Intershop und Teile des Top-Managements hätten sich im vergangenen Jahr im Zuge der Listung von Intershop an der US-Technologiebörse Nasdaq verpflichtet, für einen längeren Zeitraum keine Aktien zu verkaufen.

Nach dem dramatischen Einbruch hatte die Firmenleitung straffe Neustrukturierungen und die Konzentration auf das Kerngeschäft angekündigt. Intershop entwickelt Programme für den elektronischen Handel im Internet (e-commerce). Ende April waren 1168 Mitarbeiter in der Software-Firma beschäftigt, 7 % weniger als zu Jahresanfang.

Intershop musste im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 4,7 Mill. Euro (9,1 Mill. DM) verkraften. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 20,3 Mill. Euro erreicht im Vergleich zu 25 Mill. Euro im ersten Quartal des Vorjahres. Intershop will nach eigenen Angaben bis zum Jahresende auf Quartalsbasis profitabel sein.

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