Strafzettel und Schriften
Chronik: Wie Serienmörder bislang verhaftet wurden

Die zwei als Heckenschützen von Washington verhafteten Männer haben der Polizei wahrscheinlich selbst den entscheidenden Tipp gegeben, der zu ihrer Ergreifung führte.

HB/dpa WASHINGTON. Bei einem seiner Anrufe bei den Behörden hatte sich einer der mutmaßlichen "Sniper" auf einen weiteren Mord im Bundesstaat Alabama bezogen. Dieser Hinweis brachte die Beamten schließlich auf die Spur der Täter. John Allan Muhammad und John Lee Malvo wären nicht die ersten Serienmörder, die sich durch eigene Fehler verraten haben.

Da ist zum Beispiel David Berkowitz , der sich selbst "Son of Sam" nannte und in New York in den Jahren 1977 und 1978 sechs Menschen erschoss. Er hatte in der Nähe eines Tatorts sein Auto vor einem Feuerhydranten geparkt und dafür einen Strafzettel erhalten. Als ihn dann auch noch ein Nachbar beschuldigte, seinen Hund angeschossen zu haben, lenkte die Polizei ihre Ermittlungen endgültig auf den jungen Mann. Berkowitz wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Dem "Unabomber" Ted Kaczynski , der in 17 Jahren mit Briefbomben drei Menschen tötete und 23 verletzte, wurde seine Eitelkeit zum Verhängnis. 1995 erzwang er die Veröffentlichung eines selbstverfassten technologiefeindlichen "Manifestes" in zwei großen amerikanischen Zeitungen. Sein Bruder David erkannte in Stil und Inhalt des Textes das Werk von Ted. Der "Unabomber" verbüßt im Bundesstaat Colorado eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Mitteilungsdrang verriet auch den "Sniper" Thomas Lee Dillon , der zwischen 1989 und 1992 im Bundesstaat Ohio fünf Jäger und Fischer erschoss. Er schrieb einen Brief an die Mutter seines ersten Opfers, in dem er seine Tötungslust ausführlich erklärte. Die Ermittlungsbehörden erstellten auf dieser Grundlage ein Täterprofil, in dem ein guter Freund den vorgeblich braven Familienvater Dillon erkannte und die Polizei informierte. Auch Dillon sitzt lebenslänglich hinter Gittern.

John Wayne Gacy, der als "Clownkiller" in die Kriminalgeschichte eingangen ist, vergewaltigte und ermordete drei junge Männer, die in seinem eigenen Bauunternehmen angestellt waren. Weil er sich bei der routinemäßigen Vernehmung in Widersprüche verstrickte, durchsuchte die Polizei sein Privatgrundstück und fand dort mehr als 30 Leichen. Gacy, der vor seiner Verhaftung auf Kinderfesten als Clown auftrat und im Gefängnis Clownbilder malte, wurde 1980 hingerichtet.

Ein "falsches" Opfer hatte sich Ted Bundy , der Mörder von mehr als 30 jungen Frauen, ausgesucht. Ein junges Mädchen aus Florida, das er 1978 vergeblich zum Einsteigen in sein Auto zu überreden versuchte, war die Tochter eines Polizeibeamten. Sie merkte sich das Kennzeichen von Bundys weißem Kleinbus, der sich als gestohlen erwies. Die sofort eingeleitete Fahndung war erfolgreich, Bundy wurde zum Tode verurteilt und starb 1989 durch die Giftspritze.

Ein potenzielles Opfer des mindestens 12-fachen Männermörders Jeffrey Dahmer entkam 1991 halb nackt und mit Handschellen gefesselt aus dessen Appartement und lief einer Polizeistreife in die Arme. Die durchsuchte daraufhin die Wohnung und entdeckte im Kühlschrank einen menschlichen Kopf. Dahmer wurde 1994 in der Haft von einem Mitgefangenen ermordet.

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