Strafzölle
Handelsstreit zwischen China und Japan entbrannt

Zwischen China und Japan ist ein Handelsstreit entbrannt. China kündigte am Dienstag Strafzölle auf importierte Autos, Mobiltelefone und Klimageräte aus Japan an, das Chinas zweitgrößter Handelspartner ist. Informierte Kreise im Außenhandelsministerium in Peking berichteten, der genaue Zeitpunkt und die Höhe der Zölle werden in "wenigen Tagen" mitgeteilt.

dpa-afx PEKING. Der Ministeriumssprecher Gao Yan beklagte "ungerechte Handelsbeschränkungen und diskriminierende Schritte Japans gegenüber einigen chinesischen Exporten", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. In mehreren Verhandlungsrunden habe Japan die chinesischen Vorschläge zur Lösung des Problems abgelehnt.

Der Schritt ist der vorläufige Höhepunkt einer Auseinandersetzung über höhere Zölle, die Japan auf chinesische Importe wie unter anderem Zwiebeln, Pilze sowie Stroh für Tatami-Matten erhoben hat. Peking ist auch verärgert über ein Importverbot für Geflügel, das Japan aus Angst vor der Vogelgrippe verhängt hatte.

Das Vorgehen Japans habe "ernsthaft die normale Entwicklung des bilateralen Handels beeinträchtigt", sagte der Ministeriumssprecher. Japan solle seine "falschen Entscheidungen sofort korrigieren". Die Sprecherin des Außenministeriums, Zhang Qiyue, forderte Japan auf, "den nachteiligen Einfluss seiner falschen Entscheidungen auf den bilateralen Handel zu sehen".

Die Auswirkungen der Strafzölle dürften begrenzt sein, da Japan solche Produkte weniger direkt nach China exportiert, sondern vielfach mit chinesischen Partnern in Gemeinschaftsunternehmen in China produziert. Auch könnten die Zölle noch verhindert werden, wenn bald eine Verhandlungslösung gefunden wird. Eskaliert der Streit aber, könnte er weit reichende Auswirkungen haben.

Die politischen Beziehungen zwischen China und Japan sind ohnehin angespannt. China ist empört über japanische Schulbücher, in denen aus chinesischer Sicht die Aggression Japans in China während des Zweiten Weltkrieges beschönigt wird. Auch kritisiert es die Absicht des neuen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi, einen Schrein zu besuchen, in dem auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden.

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