Strategie-Debatte
Sind sie stark, seid ihr schwach

Als die paar Dutzend deutschen Journalisten nach dem Mannschaftszeitfahren des vergangenen Jahres in der Land-Pension des Teams Bianchi irgendwo in der Provinz Marne eintrafen, wartete Teamchef Rudy Pevenage schon auf der Terrasse. Nach einem kurzen Handy-Telefonat kam auch Jan Ullrich aus seinem Zimmer herunter. Er setzte sich zusammen mit den Journalisten um ein paar Campingtische und plauderte gelöst über die Freude, mit der improvisierten Truppe von Bianchi nur 43 Sekunden auf Lance Armstrong verloren zu haben.
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HB ARRAS. Es war eine sternenklare Sommernacht, damals. Gestern im tristen Nordwesten Frankreichs goss es wie aus Kübeln. Und als die Presse sich am Abend im Vier-Sterne-Hotel Golf d'Arras versammelte, bekam sie zwar Häppchen gereicht, aber keinen Jan Ullrich zu sehen. Der wollte sich wohl lieber nicht äußern. Beinahe eineinhalb Minuten war sein Star-Ensemble vom T-Mobile Team auf den 64,5 Kilometern zwischen Cambrai und Arras langsamer als Armstrongs Mannschaft US Postal.

Stattdessen ließ Ullrich durch den Sportlichen Leiter Mario Kummer ausrichten, dass die Mannschaft "unter den Umständen" ihr Bestes gegeben habe. Mit den Umständen waren die heftigen Regenfälle gemeint, die Pannen von Rolf Aldag und Giuseppe Guerini sowie der frühe Ausfall von Sergej Iwanow. Über Ullrichs Gemütszustand gab Kummer wenig Auskunft. "Ich kann mir vorstellen, dass ihn das wurmt", sagte er, fügte jedoch an: "Ich will damit aber nicht sagen, dass das auch so ist."

In der Analyse des Renngeschehens blieb die Mannschaftsführung von T-Mobile ähnlich vage. Mit einem so großen Rückstand habe man nicht gerechnet, gaben Kummer und Team-Chef Walter Godefroot zu. Allerdings habe man nach dem Prolog schon gedacht, dass es zum Sieg gegen Armstrongs Mannschaft wohl nicht reichen werde. Das dürfe man nicht falsch verstehen, fügte Godefroot hastig an, selbstverständlich wolle man immer gewinnen.

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