Strategie statt Kraut und Rüben
Mit Zertifikaten in dividendenstarke Aktien investieren

Dividenden-Zertifikate sorgen in stürmischen Börsenzeiten für Stabilität im Depot.

nac DÜSSELDORF. Mal eben eine viel versprechende Neuemission gezeichnet, dann den Biotechempfehlungen eines Bekannten vertraut und darauf aus Sicherheitsüberlegungen ein paar Standardwerte gekauft. Beim Blick in die Depots seiner angehenden Kunden macht so mancher Vermögensberater die Erfahrung, dass viele Anleger bei ihrer Auswahl reichlich willkürlich vorgegangen sind. "Ein System ist nur selten zu erkennen", sagt der Berater einer großen deutschen Filialbank. Mögliche Gefahr dabei: Der Anleger verliert den Überblick, schwache Aktien werden zu lange mitgeschleppt, die Risiken sind nicht breit genug gestreut.

Ein Mittel, um dies zu vermeiden, ist die Anwendung einer Handelssystematik. Zu den Klassikern zählt dabei die Dividendenstrategie, die ihren Ursprung in den USA hat: Zu Jahresbeginn sucht der Anleger dabei aus dem Dow Jones die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Nach zwölf Monaten überprüft er die Auswahl wieder und kauft die neuen Top-10 der Dividendenrenner. Experten nennen diese Vorgehensweise "Dow-Dog-Strategie".

"Eine solches System ist vor allem in den Zeiten erfolgreich, in denen das Aktienumfeld generell schwierig ist und eher Standard-Titel gefragt sind", sagt Oliver Voigt, Vermögensverwalter bei Habbel, Pohlig & Partner. Im Jahr 2000 konnten Investoren mit der Dow-Dividendenstrategie etwa ein Plus von 5,6 Prozent einfahren, der Referenzindex Dow Jones Industrial mit seinen 30 Standardwerten verlor hingegen 4,7 Prozent. Umgekehrt sah die Bilanz im Hightech-Boomjahr 1999 aus. Die besten Dividendenwerte schafften ein mageres Plus von 2,8 Prozent, der Dow schoss über 27 Prozent in die Höhe. "Auf lange Sicht ist die Dividendenstrategie aber in der Regel erfolgreicher als der normale Index", sagt Anlagestratege Steffen Wauer von der Deutschen Bank. Er nennt eine durchschnittliche Renditeerwartung von zehn Prozent als realistisch, die Mindestanlagesumme sollte 100 000 Euro betragen.

Strategiezertifikate bieten Vorteile

Mittlerweile ist es jedoch mit kleineren Einsätzen möglich, Dividendenstrategien auf verschiedenen Aktienmärkten umzusetzen. Wer beispielsweise das Strategiezertifikat "German Top 12" von Merrill Lynch für rund 74 Euro kauft, wird von der Bank so gestellt, als hätte er seinen Einsatz gleichmäßig in die zwölf Dax-Titel mit der höchsten Dividenrendite investiert. Die Zusammensetzung wird halbjährlich im Januar und Juli überprüft und eventuell angepasst. Dies geschieht automatisch, der Anleger braucht sich um Ranglistenvergleiche und Wertpapiertransaktionen nicht zu kümmern. Weiterer Vorteil: Da die gezahlten Dividenden in die Wertentwicklung des Aktienkorbes einfließen, müssen sie nicht versteuert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Investor das Produkt länger als ein Jahr hält, was bei Strategiepapieren aber ohnehin der Fall sein dürfte. Insgesamt empfehlen Experten Dividendenzertifikate als Beimischung im Depot. Der Anteil sollte zehn Prozent der Anlagesumme nicht übersteigen.

Auf der Kostenseite fällt bei den meisten Papieren eine jährliche Verwaltungsgebühr an, die in der Regel bei rund einem Prozent liegt. Zusätzlich muss der Anleger noch mit einem Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) in gleicher Höhe rechnen. Beim Handel berechnet die Hausbank darüber hinaus die üblichen Abwicklungsgebühren.

Bei der Auswahl sollten Anleger darauf achten, dass die Dividenden auch angerechnet werden. Einige Banken sind mit Produkten auf dem Markt vertreten, die zwar das Wort "Dividenden" im Namen führen, die Ausschüttungen aber nicht weitergeben. Zwar macht sich dies in einer niedrigeren Verwaltungsgebühr bemerkbar, das kompensiert allerdings in der Regel nicht die entgangenen Zahlungen. Anleger sollten zudem auf eine ausreichende Laufzeit achten.

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