Strategie unter der Lupe
Wie der Short Put funktioniert

qdt FRANKFURT. "Der Verkauf von Verkaufsoptionen (Puts) ist bei Marktteilnehmern beliebt", sagt Commerzbank-Derivateexperte Tobias Neppl, und er erklärt den Grund dafür anhand eines Beispiels: Angenommen, der Investor, der in diesem Fall zum Stillhalter der Option wird, verkauft eine Verkaufsoption (Put) auf die Siemens-Aktie mit dem vorab festgelegten Basispreis von 55 Euro. Mit diesem Geschäft verpflichtet er sich, am vereinbarten Verfallstag der Option seinem Geschäftspartner Siemens-Aktien zu 55 Euro abzunehmen. Für diese Verpflichtung erhält der Verkäufer der Option vom Käufer eine Optionsprämie in Höhe von zum Beispiel 1,30 Euro bei einem aktuellen Kurs von angenommen 56 Euro.

Jetzt hofft der Stillhalter, dass die Aktie bei Fälligkeit immer noch über 55 Euro notiert, denn dann ist es unwahrscheinlich, dass der Käufer des Puts von seinem Recht Gebrauch macht und dem Stillhalter die Siemens-Papiere zum Basispreis andient. An der Börse ist die Aktie schließlich mehr wert. In diesem Fall ist die volle Optionsprämie der Gewinn des Stillhalters, wie Neppl weiter erklärt.

Falls der Siemens-Kurs am Verfallstag jedoch bei oder unter 55 Euro steht, muss der Stillhalter damit rechnen, die Titel zum Preis von 55 Euro abzunehmen - die Optionsprämie mindert dann aber rein rechnerisch seinen Kaufpreis - nämlich auf 53,70 Euro (55 - 1,30). Fällt der Kurs stärker, gerät er allerdings ins Minus.

Wichtig zu wissen ist: An der deutsch-schweizerischen Terminbörse Eurex umfassen Aktienoptionen - egal, ob Kaufoptionen (Calls) oder Puts - jeweils 100 Aktien, Ausnahmen: SAP, Allianz und Münchner Rückversicherung. Dort sind es nur zehn Aktien. Für das Beispiel bedeutet das: Die Prämie muss mit dem Faktor zehn beziehungsweise 100 multipliziert werden.

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