Strategietreffen der OTP
OTP friert ihren Plan für weitere Expansion ein

Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten könnten auch die Gewinnentwicklung der OTP beeinträchtigen. Die größte ungarische Bank wird angesichts der Finanzkrise vorsichtig – und verzichtet vorerst auf weitere Übernahmen.

BUDAPEST. Eigentlich war es ein denkbar schlechter Zeitpunkt, als die Führung der OTP Bank vor wenigen Tagen zu einem Strategietreffen mit Investoren in Sofia einlud. Weltweit ist die Finanzwelt in Aufruhr, geraten renommierte Institute in Schwierigkeiten, bitten um staatliche Hilfe oder werden von anderen Banken übernommen. So kam auch OTP-Vorstandschef Sandor Csanyi gleich zum Kern der Sache: „Wir haben keinerlei hypothekengesicherte Anleihen im Portfolio und werden deshalb im Zuge der Subprime-Krise keine Wertberichtigungen vornehmen.“

Die Konferenz der größten ungarischen Bank fand nicht zuletzt deshalb in Sofia statt, weil sie inzwischen in neun Ländern Osteuropas aktiv ist und auch in Bulgarien Marktführer werden möchte. Doch trotz des Optimismus muss auch die OTP der globalen Krise Tribut zollen.

Es sei durchaus möglich, sagte Csanyi, dass die Turbulenzen auch die Gewinnentwicklung der OTP beeinträchtigen könnten. Eigentlich besteht das erklärte Ziel, das Ergebnis vor Steuern im Jahr 2010 auf zwei Mrd. Euro zu steigern. Doch OTP-Finanzvorstand Laszlo Urban räumte ein: „Wir sind auf gutem Wege, werden das Ziel aber vielleicht erst später erreichen.“ Im Jahr 2007 hatte die Bank ein Vorsteuerergebnis von 991 Mill. Euro erwirtschaftet; in diesem Jahr könnten es sogar 1,1 Mrd. werden.

Vorsicht ist offenbar auch bei weiteren Übernahmen angesagt. „Unseren ursprünglichen Plan, in den kommenden zwei Jahren vier bis fünf Milliarden Euro für neue Akquisitionen auszugeben, müssen wir erst einmal auf Eis legen.“ Allenfalls eine Milliarde Euro werde man für derartige Investitionen zur Verfügung haben, sagte der OTP-Finanzchef. „Wir konzentrieren uns darauf, den Gewinn und stabile Liquidität zu sichern.“

Immerhin hat die OTP in den vergangenen Jahren eine expansive Strategie im Ausland verfolgt und eine ganze Reihe von Übernahmen getätigt, auch Anteile erworben und Tochtergesellschaften gegründet. Inzwischen ist sie präsent in Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Serbien, Montenegro, in der Slowakei und sogar in Russland sowie in der Ukraine. Perspektivisch denkt die OTP-Führung auch an ein Engagement in der Kaukasusregion und in Mittelasien. Zurzeit bemüht sie sich um die Übernahme einer Bank in Aserbaidschan. Die Expansion auf profitträchtige ausländische Märkte hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Verhältnis des Gewinns zum Eigenkapital der OTP seit einigen Jahren bei über 25 Prozent liegt.

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