Strategiewechsel zeichnet sich ab – Übernahmen im Ausland werden geprüft
Toyota greift Branchenführer General Motors an

Toyota setzt sich ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2010 wollen die Japaner mit dem weltgrößten Autohersteller GM gleichziehen. Erstmals schließen sie Zukäufe nicht mehr völlig aus.

bas/zel TOKIO/DÜSSELDORF. In knapp zehn Jahren soll fast jedes sechste weltweit verkaufte Autos von Toyota stammen. Dieses Ziel hat Konzernchef Fujio Cho in einem Strategiepapier ausgegeben. Toyota peilt danach zu Beginn der nächsten Dekade einen Weltmarktanteil von 15 % an. Japans größter Autohersteller würde damit dem US-Konzern General Motors (GM) den Rang als weltweite Nummer eins streitig machen. Toyota ist auf dem besten Weg dorthin: Im vergangenen Jahr übersprangen die Japaner beim Weltmarktanteil erstmals die Marke von 10 %.

Wachsen muss Toyota dann vor allem im Ausland. Denn auf dem japanischen Markt sind größere Absatzsteigerungen kaum noch möglich. Damit nimmt Nippons Marktführer auch europäische Rivalen wie Daimler-Chrysler oder Volkswagen ins Visier. "Toyota will ein wirklich globales Unternehmen werden", teilt Cho der Belegschaft in dem Strategiepapier mit. Erstmals wird sogar der Kauf ausländischer Unternehmen nicht mehr ausgeschlossen. "Toyota wird seinen Ansatz bezüglich globaler Zusammenschlüsse überdenken. Außerdem werden wir technische Allianzen vorantreiben, wo dies nötig ist. Das schließt Akquisitionen und Übernahmen ein", heißt es.

Diese Sätze lassen aufhorchen, denn sie werden auch intern als Strategiewechsel interpretiert. "Zukäufe standen bislang nicht auf der Tagesordnung", bestätigt ein Toyota-Manager. Branchenexperten in Tokio glauben, dass sich Toyota vor allem für die Technik anderer Hersteller interessiert. "Wenn Toyota Technik braucht, die das Unternehmen nicht hat, werden sie sie kaufen", sagt Autoanalyst Yunichi Yamaki von der Ratingagentur Moody?s.

Willi Diez, Professor am Institut für Automobilwirtschaft im württembergischen Nürtingen, hält Zukäufe großen Stils für ausgemacht. Andernfalls lasse sich der für das Jahr 2010 geplante Weltmarktanteil nicht erreichen. Vor allem in Asien sei ein Kauf von Wettbewerbern möglich. Er nennt den malaysischen Hersteller Proton.

Diez hat keine Zweifel daran, dass Toyota seinen Weltmarktanteil beträchtlich steigern wird. Die Japaner hätten bewiesen, dass sie ihre Ziele konsequent verfolgten. Gute Geschäfte über mehrere Jahrzehnte haben zudem die Kassen gefüllt.

Jedoch mehren sich auch Stimmen, die die Japaner für so stark halten, dass sie sich ohne große Übernahmen an die Spitzenposition setzen: "Toyota wird von den hohen Investitionen in ausländische Werke profitieren", glaubt Noriyuki Matsushima von Nikko Salomon Smith Barney. Die außerhalb Japans errichteten Fabriken würden dazu beitragen, den Weltmarktanteil in Richtung 15 % zu steigern.

Quelle: Handelsblatt

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