Strategische Entscheidung
Talkline wird sich an einen Anbieter binden

Die derzeit mit mehreren Mobilfunkanbietern kooperierende Telefongesellschaft Talkline will sich auf lange Sicht nur an einen Mobilfunkanbieter in Deutschland binden. Mit einem Vertragsabschluss rechnet der Vorsitzende der Geschäftsführung, Rasmussen, noch in diesem Jahr.

Reuters HANNOVER. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Talkline, Klaus Rasmussen, sagte auf der Technologiemesse CeBIT in Hannover, es sei "langfristig nicht realistisch, mit mehr als einem Anbieter zu kooperieren". Die Entscheidung seines Unternehmens, künftig als so genannter Virtueller Netzbetreiber aufzutreten, sei daher "eine strategische Entscheidung". Gegenwärtig liefen Verhandlungen mit mehreren Mobilfunkanbietern, die im vergangenen Jahr eine UMTS-Lizenz ersteigert haben.

Die Namen der Verhandlungspartner wollte Rasmussen nicht nennen. Branchenkreisen zufolge strebt Talkline noch in diesem Jahr eine Vereinbarung mit T-Mobil, der Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, an. "Unser Ziel ist es, mit dem Betreiber des besten Netzes in Deutschland zusammenzuarbeiten", sagte Rasmussen. Jedoch habe "alles seinen Preis". Entscheidend sei der "beste Return on Investment", was auch eine Kooperation mit dem Branchen-Zweiten oder-Dritten bedeuten könne. Die Verhandlungen zielen nach Rasmussens Worten zugleich darauf ab, im auch nach der Einführung von UMTS weiter betriebenen GSM-Mobilfunk als Virtueller Netzbetrieber aufzutreten. "Wir streben auch eine Vereinbarung an, die uns die Mitbenutzung des Netzes eines GSM-Anbieters (National Roaming) erlaubt." Viag Interkom hat beispielsweise mit T-Mobil vereinbart, dass die eigenen Kunden in einigen Regionen über das T-Mobil-Netz telefonieren können.

Mit der Einführung des noch in der Entwicklung steckenden UMTS-Mobilfunks besteht die Möglichkeit, dass Branchenunternehmen faktisch wie ein Mobilfunknetzbetreiber auftreten, ohne eine Mobilfunklizenz zu besitzen. Für eine finanzielle Beteiligung an den Investitionskosten für die UMTS-Lizenz in Höhe von fast 17 Mrd. DM pro Lizenz und an den Kosten für den Netzaufbau in weiterer Milliardenhöhe erhalten die Virtuellen Netzbetreiber weit reichenden Zugang zum UMTS-Netz. Dieses Geschäftsmodell bietet damit die Möglichkeit eigene Mobilfunkdienste anzubieten und Einnahmen zu generieren.

Die zu Tele Danmark und damit zum US-Telekom-Konzern SBC Communications gehörende Talkline rechnet in Deutschland mehr als 1,8 Millionen Mobilfunkkunden selbst ab und vermarktet somit auf eigene Rechnung die Dienstleistungen der GSM-Mobilfunkbetreiber.

Wie andere Branchenunternehmen auch, hat Talkline im vergangenen Geschäftsjahr unter hohen Subventionen für die Gewinnung von Neukunden gelitten und ein deutlich schwächeres Ergebnis unter den eigenen Erwartungen erzielt. "Mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden", räumte Talkline-Chef Rasmussen ein. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr wollte er nicht abgeben. Seiner Ansicht nach bestehen aber gute Chancen, dass die "unwirtschaftliche Subventionierung neuer Kunden" mit im Voraus bezahlten Guthabenkarten (Prepaid) gesenkt werden. Rasmussen hofft zugleich auch auf eine Absenkung der Subventionen für neue Vertragskunden. "Dies wird schwieriger, da einige Mobilfunkanbieter noch nicht so viele Kunden im Bestand haben, um schwarze Zahlen zu schreiben", sagte der Talkline-Chef.

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