Strategische Entscheidungen fallen erst im November
Telekom kürzt Investitionen für Netzausbau

Die Deutsche Telekom AG will die Investitionen weiter zurückfahren. "Bei jeder Tochtergesellschaft wird überlegt, ob Investitionen in den Netzausbau um ein oder zwei Jahre verschoben oder ganz gestrichen werden können", sagte ein Insider dem Handelsblatt. Ziel sei es, die Summe der Investitionen im laufenden Jahr unter 8 Mrd. Euro zu drücken. Im Laufe des Jahres hatte das Unternehmen den Investitionsetat bereits in mehreren Schritten von ursprünglich 10 auf 8,5 Mrd. Euro gesenkt.

dri BERLIN. Ein Sprecher der Telekom wollte zu Sparzielen nichts sagen. Er bestätigte aber, dass neben Firmenbeteiligungen der Telekom, den internen Kosten und der Vier-Säulen-Strategie des Konzerns auch die Investitionen auf dem Prüfstand seien.

Wie weiter im Unternehmen zu hören ist, sind Entscheidungen über Beteiligungsverkäufe noch nicht gefallen, es werde aber über so ziemlich alles diskutiert. Als sehr unwahrscheinlich gilt intern ein Rückzug aus Osteuropa, über den spekuliert wurde: Die Osteuropa-Beteiligungen seien mehrheitlich hoch profitabel, einschließlich der 36-Prozent-Beteiligung an dem russischen Mobilfunker MTS. Allenfalls sei eine Reduzierung der MTS-Beteiligung, etwa auf 30 %, denkbar, ein Rückzug komme nicht in Frage.

Bei anderen osteuropäischen Telekom-Gesellschaften wiederum sei ein Rückzug aus politischen Gründen kaum möglich: Die Regierungen hätten dort die Telekom als strategischen Investor ausgewählt, weil sie zugesagt habe, sich langfristig zu engagieren. Außerdem werde sie in der jetzigen Lage der Branche kaum Käufer finden, die angemessene Preise für die Beteiligungen zu zahlen bereit wären.

Ebenfalls noch nicht entschieden ist über einen möglichen Verkauf der Mehrheit am US-Mobilfunker Voicestream an Cingular Wireless oder AT&T Wireless. Strategische Entscheidungen will Interimschef Helmut Sihler wie angekündigt erst am 20. November bei Vorlage der Neunmonatszahlen bekannt geben, sagte der Telekom-Sprecher.

Neben einem Rückzug aus Voicestream halten Insider noch einen Verkauf von T-Online oder einen Rückzug aus dem Informationstechnologie-Geschäft für denkbar.

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